Ein Rundgang durch das imaginäre Museum von Dieter Wellershoff

„Das Leben ist ein großes Geschenk“

„Plötzlich sehe ich etwas bei einem Bild, was mich festhält, die spontane Anmutung“, sagte Dieter Wellershoff: „Ich habe versucht eine Bilderwelt und ihre spontane Anmutung zu zeigen“. In dem Buch „Was die Bilder erzählen“ lädt der Autor zu einem „Rundgang durch mein imaginäres Museum ein“. Im domradio.de Interview erzählt er über das, was in den Bildern und im Leben wesentlich ist.

Dieter Wellershoff / © Bodo Witzke
Dieter Wellershoff / © Bodo Witzke

Ein Mädchen drückt eine Puppe an sich, ängstlich, dem Weinen nahe. Über das Bild von Alexej von Jawlensky schreibt Wellershoff: „So schützend, so bewahrend, wie sie die Puppe nun hält und sich ihr zuneigt, scheint sie allen Leuten demonstrieren zu wollen, dass sie und dieses Puppenkind zusammengehören, ganz fest, um des gemeinsamen Überlebens willen“. Angst, Trauer, Einsamkeit aber auch Freude, Hoffnung, Sehnsucht – Bilder spiegeln das Wesentliche im Menschen: „Diesen Impuls, den die Bilder auslösen, könnte man auch Seinserschließung nennen“, sagt Wellershoff.

Beim Betrachten der Bilder spüre man, dass uns dieses Wesentliche nicht nur anspreche, sondern auch mitgeprägt habe, erklärt der Autor: „Und es ist im Alter auch noch schön, die Welt zu sehen und sie wieder zu erkennen – Oh, es schneit ja wieder, was für ein Wunder, auch in diesem Jahr schneit es wieder“. Der Autor ist 88 Jahre alt. Das Buch: „Was die Bilder erzählen“ ist wahrscheinlich sein letztes großes literarisches Werk. Im domradio.de Interview strahlt er eine unglaubliche Lebensfreude aus. Das Leben sei ein großes Geschenk, sagt er: „Obwohl es natürlich total schiefgehen kann. Man muss ja nur Zahnschmerzen haben, dann weiß man schon bescheid, ja“. 

Terminhinweis: Am 4. Dezember um 19 Uhr stellt Dieter Wellershoff sein Buch: "Was die Bilder erzählen" im Wallraf-Richartz Museum in Köln vor.