Doppeljubiläum: Lehmann 30 Jahre Bischof und 50 Jahre Priester

"Beste Wünsche" von Franziskus

Festgottesdienst im Mainzer Dom: Über 1.000 Menschen haben sich in der Kathedrale versammelt. Sie sind gekommen, um das 30-Jahr-Jubiläum der Bischofsweihe von Kardinal Karl Lehmann und sein Goldenes Priesterjubiläum zu feiern.

 (DR)

Lehmann (77), der am 10. Oktober 1963 in Rom die Priesterweihe erhielt, wurde am 2. Oktober 1983 im Dom zu Mainz zum Bischof geweiht und als Bischof des Bistums Mainz, an dessen Spitze er nach wie vor steht, eingeführt. Mit 47 Jahren war er damals der jüngste katholische Bischof in Deutschland. Über 20 Jahre - von 1987 bis 2008 - war Lehmann Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Im Februar 2001 erhob ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Kardinal.

Nach offizieller, aber nicht gesicherter Zählung ist Lehmann der 102. Bischof von Mainz. Mit Sicherheit ist er der 87. Nachfolger des heiligen Bonifatius, der von 746 bis 754 auf dem Mainzer Bischofsstuhl saß. In der langen Geschichte des Bistums Mainz ist Lehmann erst der fünfte Bischof, der das 30-Jahr-Jubiläum seiner Weihe im Amt begehen kann.

Im Festgottesdienst wird ein Brief von Papst Franziskus an Lehmann verlesen. Darin übermittelt der Papst dem Mainzer Kardinal "die besten Wünsche und herzliche Gratulation". Und er würdigt Lehmanns "menschliche Gaben". In einem Grußwort sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, Lehmanns Leidenschaft für Gott und die Kirche habe ihn stets zu den Menschen geführt.

Ein guter Hirte

Lehmann vergleicht in seiner Predigt das Bischofsamt mit den Aufgaben eines Hirten. Ein guter Hirte müsse den Mut haben, aus dem Glauben heraus eine verlässliche Orientierung zu geben, sagt der Kardinal.

Ein guter Hirte sei mutig und wachsam, laufe vor Gefahren nicht davon und schütze die ihm anvertrauten Schafe. Gewiss, so Lehmann, sei er immer wieder hinter diesem Maßstab zurückgeblieben. Darum bedürfe er der Barmherzigkeit Gottes und der Nachsicht der Menschen. Aber es sei ein "Weg, der in allem Freude macht". 

Lehmann ist Ehrenbürger der Stadt Mainz, Ehrenbürger der Universität, Ehrenmitglied des Fußball-Erstligisten Mainz 05. An Fastnacht wurde ihm einmal aus der "Bütt" heraus bescheinigt, der sei "hier richtig, der passt in die Welt". Und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) attestierte ihm jetzt zu seinem Doppeljubiläum, er verkörpere für viele in zutiefst menschlicher Weise, was Kirche als Ort des Glaubens, der Hoffnung und der Achtung vor dem Nächsten ausmache.

Der Countdown läuft

Wenige Monate vor Lehmanns Bischofsweihe hatte - am 3. Juni 1983 - das Mainzer Domkapitel ihn einstimmig und ohne Enthaltungen zum Bischof gewählt. Am 23. Juni erfolgte die Ernennung durch Papst Johannes Paul II. Als Lehmann an diesem Tag in Mainz der Öffentlichkeit vorgestellt wird, sagt er: "Ich komme gerne, um mit Ihnen allen auf einem altehrwürdigen Stück Boden der europäischen Christenheit den Glauben der Kirche in unverbrüchlicher Treue zu seinen Ursprüngen und zu seiner großen Geschichte, aber auch in Treue zu den Menschen, die hier und heute mit ihren Fragen und Nöten leben, zu bezeugen und weiterzugeben." Damit hatte Lehmann sein Programm formuliert. Er hat sich daran gehalten und hält sich daran.

Entsprechend dem katholischen Kirchenrecht bot Lehmann mit Erreichen der Bischöfen gesetzten Altersgrenze von 75 Jahren dem Papst seinen Verzicht auf das Amt des Bischofs von Mainz an. Benedikt XVI. lehnte ab und bat Lehmann, im Bischofsamt zu verbleiben, "bis auf andere Weise Vorsorge getroffen wird". Das ist jetzt weit mehr als zwei Jahre her. Aber schon damals wusste Lehmann: "Der Countdown läuft." In der katholischen Kirche nämlich ist für alle Amtsinhaber - den Papst ausgenommen - spätestens mit Vollendung des 80. Lebensjahres Schluss. Das sei, so Lehmann, ein "absolut eisernes Gesetz".

Autor/in:
Peter de Groot
Quelle:
KNA