Diözese arbeitet mit Kirchengemeinde Missbrauch in Marbach auf

Nach über 40 Jahren

In den 1980er Jahren soll sich ein 2023 gestorbener Pfarrer in Marbach am Neckar in drei Fällen des Missbrauchs schuldig gemacht haben. Nun will die Diözese seine mutmaßlichen Taten mit der Kirchengemeinde aufarbeiten.

Blick auf die Altstadt von Marbach am Neckar. / © Sina Ettmer Photography (shutterstock)
Blick auf die Altstadt von Marbach am Neckar. / © Sina Ettmer Photography ( shutterstock )

Rund 40 Jahre nach der Tätigkeit eines katholischen Pfarrers in Marbach am Neckar will die Diözese Rottenburg-Stuttgart seine mutmaßlichen Missbrauchstaten mit der betroffenen Kirchengemeinde aufarbeiten. 

Ordinariatsrätin Regina Seneca stehe in engem Kontakt mit der katholischen Gemeinde, um die Kirchengemeinderäte über die zurückliegenden Missbrauchsvorfälle zu informieren und das weitere Vorgehen abzustimmen, teilte die Diözese mit. Am Donnerstagabend sei in Marbach eine Informationsveranstaltung für die Seelsorgeeinheit geplant. 

"Drei Missbrauchsfälle bekannt"

Der 1949 in Stuttgart geborene Pfarrer war laut Diözese seit 2010 freigestellt und lebte bis zu seinem Tod 2023 in Kempten. Aus seiner Pfarrerszeit in Marbach in den 1980er Jahren seien "der Diözesanleitung drei Missbrauchsfälle bekannt", hieß es. Eine "abschließende Beurteilung der Situation" und die Würdigung von Zeitzeugenaussagen könnten allerdings erst im Zuge des Abschlussberichtes der Aufarbeitungskommission für die Diözese Rottenburg-Stuttgart erfolgen, der für das Frühjahr 2027 geplant sei. 

Bistum Rottenburg-Stuttgart

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist mit rund 1,57 Millionen Katholiken Deutschlands drittgrößtes Bistum. Es umfasst Württemberg. Während das früher zum Habsburgerreich zählende Oberschwaben bis heute katholisch geprägt ist, ist in und um Stuttgart traditionell der Protestantismus stark.

Diözese Rottenburg-Stuttgart (dpa)
Diözese Rottenburg-Stuttgart / ( dpa )
Quelle:
DR

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