Initiative lädt zu Gottesdienst vor zerstörtem Immerather Dom ein

Die Kirche(n) im Dorf lassen

Mit einem Gottesdienst will eine Initiative am zerstörten Immerather Dom in Erkelenz ein Zeichen gegen das Zerstören von Kirchen für die Braunkohle protestieren. Dabei soll ein "bleibendes Kreuz der Hoffnung" aufgerichtet werden.

Abriss vom Immerather Dom / © Harald Oppitz (KNA)
Abriss vom Immerather Dom / © Harald Oppitz ( KNA )

Die Initiative "Die Kirche(n) im Dorf lassen" lädt am Samstag zu einem Gottesdienst am zerstörten Immerather Dom in Erkelenz ein. Zunächst werde am alten Friedhof der dort Begrabenen sowie der Opfer von Klimazerstörung und Ungerechtigkeit weltweit gedacht, bevor eine kurze Prozession zum zerstörten Dom ziehe, teilten die Veranstalter mit.

Dort wolle die Initiative dann ein "bleibendes Kreuz der Hoffnung" aufrichten. Der Gottesdienst am Reformationstag (31. Oktober) steht unter der Überschrift "Von der Zerstörung zum Wiederaufbau des Tempels".

Ohnmacht und Hilflosigkeit bei Zerstörungen

Die entweihte katholische Kirche St. Lambertus, die im Volksmund Immerather Dom genannt wird, war im Januar 2018 wegen des Braunkohletagebaus Garzweiler bis auf die Grundmauern abgerissen worden. Der Immerather Dom sei für die Klimabewegung ein zweifaches Symbol, erklärte die Initiative.

Für die Menschen aus der Region sei seine Zerstörung eine Erfahrung von Ohnmacht und Hilflosigkeit gewesen. Da diese Bilder aber auch um die Welt gegangen seien, sei der Abriss der Anlass gewesen, sich für den Erhalt bedrohter Dörfer mit ihren Kirchen sowie für die Bewahrung der Schöpfung und für Klimagerechtigkeit einzusetzen.

Zeichen des Widerstands

Die Initiative kritisierte die bisher geplante Leitentscheidung des Landes NRW zur künftigen Entwicklung des rheinischen Braunkohlereviers. "Alle bedrohten Dörfer werden den Profitinteressen von RWE geopfert", erklärte "Die Kirche(n) im Dorf lassen". Dagegen protestiere sie mit dem Gottesdienst. "Deshalb werden wir in Immerath, am Ort des zerstörten Domes, ein Zeichen des Widerstands und der Hoffnung setzen."

Die Leitentscheidung ist gesetzliche Grundlage für den Braunkohle-Abbau und soll im Frühjahr 2021 endgültig vom Landtag mit der Mehrheit der schwarz-gelben Regierungskoalition beschlossen werden. Bis Dezember können sich Bürger, Verbände und Kommunen zu dem Entwurf äußern.

Bagger reißt eine Mauer vom "Immerather Dom" ein / © Harald Oppitz (KNA)
Bagger reißt eine Mauer vom "Immerather Dom" ein / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
epd