Briefwechsel Benedikts XVI. mit Rabbiner erscheint in Italien

Dialog mit den Juden theologisch vertiefen

Zum 92. Geburtstag Benedikts XVI. erscheint in Italien sein Briefwechsel mit dem Wiener Rabbiner Arie Folger über Fragen des jüdisch-christlichen Verhältnisses. Voraus ging ein kontrovers diskutierter Beitrag in einer theologischen Zeitschrift.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI.  / © Gregorio Borgia (dpa)
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. / © Gregorio Borgia ( dpa )

Das Buch wird an diesem Dienstag im Verlag San Paolo veröffentlicht und trägt den Titel "Benedetto XVI in dialogo con il rabbino Arie Folger: Ebrei e cristiani".

Mitte Mai soll das von dem italienischen Ratzinger-Biografen Elio Guerriero herausgegebene Buch an der Päpstlichen Lateranuniversität vorgestellt werden. Mit dabei sein werden laut Mitteilung der Universität Rabbiner Folger und Benedikts Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein.

Dialog begann in "Communio" und der "Jüdischen Allgemeinen"

Im April 2018 hatte der emeritierte Papst in der Theologischen Zeitschrift "Communio" einen kontrovers diskutierten Beitrag veröffentlicht, mit dem er den Dialog mit den Juden theologisch vertiefen wollte. Der Wiener Oberrabbiner Arie Folger hatte darauf in der "Jüdischen Allgemeinen" eine Replik veröffentlicht, auf die Benedikt XVI. seinerseits in einem persönlichen Brief ausführlich antwortete. Rabbi Folger reagierte darauf seinerseits wieder.

Diesen Dialog hatte die Zeitschrift "Communio" Ende 2018 auf Deutsch dokumentiert. Mitte Januar besuchte Rabbiner Folger den ehemaligen Papst im Vatikan, um mit ihm noch einmal über die behandelten Fragen zu sprechen. Wie Folger im Vorwort der italienischen Ausgabe, aus dem die Zeitung "Corriere della Sera" (Montag) zitiert, schreibt, nahmen an dem Treffen auch der sächsische Landesrabbiner Zsolt Balla, der Darmstädter Rabbiner Joshua Arens sowie Kurienkardinal Kurt Koch teil.

Koch, dessen Ökumene-Behörde im Vatikan auch für den Dialog mit dem Judentum zuständig ist, hatte Benedikt XVI. gebeten, den ersten Beitrag "Gnade und Berufung ohne Reue" zu veröffentlichen.

Quelle:
KNA
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