Diakonie gibt Empfehlungen zum Umgang mit Rechtspopulismus

Haltung zeigen und Grenzen ziehen

Wie sollte man im Arbeitsalltag Rechtspopulisten begegnen? Diese Frage hat auch die Diakonie Deutschland beschäftigt. Nun hat sie Empfehlungen zum Umgang der eigenen Einrichtungen mit Rechtspopulisten veröffentlicht. Welche sind das?

"Stoppt Nazis" auf einem Schild / © Stephanie Pilick (dpa)
"Stoppt Nazis" auf einem Schild / © Stephanie Pilick ( dpa )

Sich nicht provozieren zu lassen, die eigene Haltung unmissverständlich zu äußern und klare Grenzen zu ziehen, sind zentrale Leitlinien. Auch Konsequenzen bis zur Kündigung von Mitarbeitern oder die Auflösung von Verträgen mit Klienten sind für den evangelischen Wohlfahrtsverband nicht tabu.

Nicht von AfD-Politikern instrumentalisiert werden

Die Diakonie ist neben der katholischen Caritas einer der beiden größten Wohlfahrtsverbände in Deutschland. Ihre Einrichtungen versorgen rund zehn Millionen Menschen. Die Broschüre wendet sich an alle Beschäftigten und Leitungsorgane des Verbandes, der rund eine halbe Million hauptamtliche Mitarbeiter und 700.000 Ehrenamtliche beschäftigt.

Pauschale Antworten auf die Herausforderungen durch den Rechtspopulismus gebe es nicht, betonte der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie. Häufig werde man im Einzelfall entscheiden müssen. Wo immer möglich solle die Diakonie Skandalisierungen aus dem rechten Lager mit Sachlichkeit und Fakten begegnen, heißt es in dem Papier.

Im politischen Umfeld sei darauf zu achten, dass Diakonie-Angehörige nicht von AfD-Politikern für deren eigene Öffentlichkeitswirksamkeit instrumentalisiert würden.

Klare Grenzen ziehen

Für die Arbeit mit Klienten, Angehörigen und für den Umgang mit den eigenen Mitarbeitern besteht die Diakonie darauf, klare Grenzen zum Rechtspopulismus zu ziehen. Problematische Vorgänge dürften nicht heruntergespielt werden. Kein Patient, Klient, Angehöriger oder Mitarbeiter habe das Recht, rassistische, antisemitische oder diskriminierende Verhaltensweisen an den Tag zu legen oder sich entsprechend zu äußern.

Haltung zeigen und den Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden zu fördern, lauten die Empfehlungen für die Einrichtungen. Die Leitungen sollen Beschäftigte darin unterstützen, im Umgang mit rechten Positionen mehr Sicherheit zu gewinnen. Das gelte auch für das Verhalten in den sozialen Medien. Kritik müsse man aber aushalten, so die Empfehlung.

Im Hinblick auf unerwünschte Spenden von Rechtsaußen empfiehlt die Diakonie die Ablehnung. Ein Hilfswerk dürfe eine Spende annehmen, müsse es aber nicht. Ende vergangenen Jahres hatte die Ablehnung einer AfD-Spende an eine Tafel für Bedürftige durch die Diakonie Mitteldeutschland für Diskussionen gesorgt.

Diakonie-Präsident Lilie / © Norbert Neetz (epd)
Diakonie-Präsident Lilie / © Norbert Neetz ( epd )
Quelle:
epd
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