Deutsche Gemeinde ermöglicht Bildungszentrum

Frechener für Haiti

Katholiken aus Frechen haben eine Schule für 300 Mädchen und Jungen in Haiti gebaut. Pünktlich zum 5. Jahrestag der Erdbeben-Katastrophe wurde sie eingeweiht. Mit dabei war Pfarrer Christof Dürig.

 (DR)

"Es war ein sehr beglückendes Gefühl, als wir vor der neugebauten Schule standen", sagt Pfarrer Christof Dürig aus Frechen nach seinem Besuch in Haiti. Katholiken der Gemeinde Sankt Audomar haben Geld für das vom Erdbeben  geprägte Land gesammelt, von dem ein Schulzentrum in der Nähe von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince gebaut werden konnte. Vor fünf Jahren, am 12. Januar 2010, riss die schwere Naturkatastrophe mehr als 230.000 Menschen in den Tod. Über eine Million Haitianer wurden obdachlos.

Ein Bildungszentrum für Haiti

Zur Zeit des Erdbebens ist ein Pater aus Haiti, als Kaplan in Sankt Audomar in Frechen tätig gewesen. Die Anteilnahme der Katholiken in der Gemeinde war dementsprechend groß . "Die Menschen wollten sofort helfen und haben gespendet", erinnert sich Pfarrer Dürig. In Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk "Die Sternsinger", dem Erzbistum Port-au-Prince und dem Orden des haitianischen Kaplans, Pater Elex, ist das Bildungszentrum Sankt Audomar in Haiti entstanden.  Dort werden nicht nur Kinder unterrichtet. Darüber hinaus finden auch Veranstaltungen für  Jugendliche und Erwachsene aus der ganzen Umgebung statt. 

Ein gezeichnetes Land

"Viele Schäden des Erdbebens sind sichtbar weg, aber die Armut ist noch da", berichtet Pfarrer Dürig nach seiner Heimkehr aus Haiti. Der Unmut darüber hat sich in der letzten Zeit in Protesten gegen die Regierung geäußert, die auch ihre Wirkung gezeigt haben. Nach der Auflösung des Parlaments Mitte Januar und der Zusicherung der überfälligen Wahlen zur Abgeordnetenkammer noch in diesem Jahr hat Präsident Michel Martelly nun eine Übergangsregierung benannt. Die Opposition wirft dem Staatschef vor, autoritär zu regieren und für den politischen Stillstand verantwortlich zu sein.

Diese Entscheidung der Parlamentsauflösung soll die politischen Weichen stellen, um in dem von Krisen geprägten Land für Stabilität zu sorgen. Damit scheint die bisherige gegenseitige Blockade durchbrochen und der Weg frei für einen politischen Neuanfang, den die einst reiche Republik beim Wiederaufbau fünf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben und schweren Sturmschäden seither dringend benötigt.

Die Bischöfe hatten die Politiker zuletzt zu Kompromissbereitschaft und Gesprächen aufgerufen, um die Krise zu lösen. Haiti, das sich die Karibikinsel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik teilt, gehört zu den ärmsten Ländern der nördlichen Hemisphäre.


Quelle:
KNA , epd , DR

Die domradio- und Medienstiftung

Unterstützen Sie lebendigen katholischen Journalismus!

Mit Ihrer Spende können wir christlichen Werten eine Stimme geben, damit sie auch in einer säkulareren Gesellschaft gehört werden können. Neben journalistischen Projekten fördern wir Gottesdienstübertragungen und bauen über unsere Kanäle eine christliche Community auf. Unterstützen Sie DOMRADIO.DE und helfen Sie uns, hochwertigen und lebendigen katholischen Journalismus für alle zugänglich zu machen!

Hier geht es zur Stiftung!