Katholischer Medienpreis für Beiträge in "Zeit", Arte und BR

Deutsche Bischofskonferenz hat sich entschieden

Die diesjährige Entscheidung der Jury ist gefallen: Der Katholische Medienpreis geht in diesem Jahr an die "Zeit"-Redakteure Amrai Coen und Malte Henk sowie an Nanfu Wang und Jialing Zhang für eine Arte-Dokumentation.

Kirche und Medien / © Harald Oppitz (KNA)
Kirche und Medien / © Harald Oppitz ( KNA )

Den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis der Jury erhält Veronika Wawatschek für ihren bei Bayern 2-Radio Revue ausgestrahlten Beitrag "Kirche, was tust Du? 10 Jahre Missbrauchsskandal und kein Ende", wie die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn mitteilte.

Die Auszeichnungen überreichen wird der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, am 12. November im LVR-LandesMuseum Bonn. Fürst ist Medienbischof der Bischofskonferenz und Vorsitzender der Jury des Medienpreises.

Transparenz des Autorenteams gibt Journalismus Glaubwürdigkeit zurück

Coen und Henk erhalten die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie "Print" für ihren Beitrag "Wenn sie euch nicht in den Jemen lassen, berichtet trotzdem!". Die Autoren hätten sich auf den Weg in den seit Jahren umkämpften Jemen gemacht und nicht aufgegeben, als ihnen die Einreise verweigert wurde, hieß es zur Begründung. Sie versuchten stattdessen mit Anrufen, Internet und der Hilfe von Kollegen vor Ort über die Menschen im Jemen zu berichten. "Die Transparenz, mit der das Autorenteam vorgeht, hilft, dem Journalismus in Zeiten von Plagiats- und Lügenpresse-Vorwürfen Glaubwürdigkeit zurückzugeben."

Die ebenfalls mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategroie "Elektronische Medien" geht an die beiden in China geborenen Journalistinnen Nanfu Wang und Jialing Zhang. In ihrer TV-Doku "Land der Einzelkinder" beschreiben sie die Ein-Kind-Politik des Landes und des kommunistischen Systems. "Was sie erfahren, ist monströs, dabei beleuchten sie auch die Mitverantwortung des Einzelnen", befand die Jury. Die beiden Autorinnen bewegten sich journalistisch, inhaltlich und ästhetisch auf höchstem Niveau "und werben so für humanitäres und soziales Verantwortungsbewusstsein als Grundlage und Voraussetzung für menschenwürdiges Zusammenleben".

185 Beiträge genau unter die Lupe genommen

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) und dem Katholischen Medienverband ausgeschrieben. Insgesamt hatte die Jury diesmal die Wahl aus 185 Beiträgen. Für die Kategorie "Elektronische Medien" wurden 102 Beiträge eingereicht, davon 40 Fernseh- , 36 Radio- und 26 Internetangebote. In der Kategorie "Printmedien" waren es 83 Beiträge.

Bischof Gebhard Fürst im Dialog / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Gebhard Fürst im Dialog / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA