Fragen und Antworten zum katholischen Reformdialog

Der Synodale Weg nimmt an Fahrt auf

Mit einer Synodalversammlung in Frankfurt/Main startet der von den deutschen Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken initiierte Synodale Weg seine inhaltliche Arbeit. Einige Fragen und Antworten.

Der Synodale Weg nimmt an Fahrt auf / © Harald Oppitz (KNA)
Der Synodale Weg nimmt an Fahrt auf / © Harald Oppitz ( KNA )

Synodaler Weg - was heißt das eigentlich?

Eine Synode im klassischem Sinne soll der "Synodale Weg" nicht sein. Die begriffliche Nähe zur Synode drückt allerdings aus, dass der zunächst auf zwei Jahre befristete Reformdialog mehr sein soll als ein unverbindliches Gespräch. Die Bischöfe und Laien in Deutschland haben ihn ins Leben gerufen, die Regeln sind in einer Satzung festgelegt. Wie eine Synode entscheidet beim Synodalen Weg der jeweilige Ortsbischof, ob er die dort gefassten Beschlüsse umsetzt.

Was soll der Dialog bringen?

"Der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland dient der gemeinsamen Suche nach Schritten zur Stärkung des christlichen Zeugnisses", heißt es in der Satzung. Die Formulierung nimmt einen Gedanken auf, den Papst Franziskus im Sommer in seinem Brief an das "pilgernde Volk Gottes in Deutschland" betonte. Darin mahnte er die Einheit mit der Weltkirche an und forderte, das Leitkriterium der Erneuerung müsse die Evangelisierung sein.

Als Schwerpunktthemen stehen die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche auf der Agenda. Mit konkreten Ergebnissen und Erwartungen halten sich Bischöfe und Laien zurück. Aber denkbar wären etwa eine stärkere Beteiligung von Frauen bei Gottesdienstfeiern und in kirchlichen Leitungsfunktionen, zum Beispiel als Mitglied eines Domkapitels.

Was sind die ersten Schritte?

Vom 30. Januar bis 1. Februar tritt in Frankfurt/Main erstmals die aus rund 230 Mitgliedern bestehende Synodalversammlung zusammen. Dem höchsten beschlussfassenden Gremium des Synodalen Weges gehören unter anderen die derzeit 69 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz an sowie 69 Teilnehmer aus den Reihen des ZdK: 31 Frauen und 38 Männer.

Bei diesem ersten Treffen wollen die Teilnehmer vier Foren zu den Oberthemen des Synodalen Weges einrichten. Die Arbeitsgruppen sollen aus rund 30 Personen bestehen. Der Teilnehmerkreis rekrutiert sich aus den Mitgliedern der Synodalversammlung und externen Beratern.

Um Beschlüsse in der Synodalversammlung verabschieden zu können, ist eine doppelte Zweidrittelmehrheit erforderlich - aller anwesenden Mitglieder sowie der anwesenden Mitglieder der Bischofskonferenz.

Konservative wie Kurienkardinal Robert Sarah warnen vor Anpassungen an den Zeitgeist, Liberale hoffen auf Reformen - was bedeuten die Debatten auf Ebene der Weltkirche für den Synodalen Weg?

In Rom sorgte zuletzt ein Buch für Wirbel, in dem sich Kurienkardinal Robert Sarah und Benedikt XVI. gegen Lockerungen bei der verpflichtenden Ehelosigkeit für Priester aussprachen. Diese Vorschrift wiederum war zuletzt bei der Amazonas-Synode im Vatikan in Frage gestellt worden.

Spannend wird, welche Schlüsse Franziskus aus der Amazonas-Synode zieht. Wann er sein sogenanntes postsynodales Schreiben veröffentlicht, steht noch nicht fest, Beobachter rechnen bis Ende Januar damit. Das könnte die Frankfurter Debatten beeinflussen.

Autor/in:
Joachim Heinz
Quelle:
KNA
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