Ausstellung im Kölner Dom zeigt christliche Sicht auf Judentum

Der Kölner Dom und 'die Juden'

Eine Ausstellung über die christliche Sicht auf das Judentum ist ab sofort im Kölner Dom zu sehen. Sie beschäftigt sich mit den jüdischen Wurzeln des Christentums sowie mit dem christlichen Antijudaismus, wie das Metropolitankapitel am Freitag mitteilte.

Ausstellung zum Verhältnis von Christen und Juden in Köln / © Modanese (Erzbistum Köln Presse)

Bislang wurde die Ausstellung "Der Kölner Dom und 'die Juden'" im Rahmen des Festjahres "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" im Foyer des Domforums gezeigt. Noch bis Jahresende kann sie außerhalb der Gottesdienste im Dreikönigssaal des Doms besucht werden.

Viele Kunstwerke in der Kathedrale spiegelten den christlichen Blick auf das Judentum wider, hieß es. "Einige der Darstellungen sind erschreckende Zeugnisse einer durch Jahrhunderte tradierten Judenfeindschaft der Kirche." Der christliche Antijudaismus wirke bis heute im Antisemitismus nach.

Respektvolles Miteinander

In der Ausstellung geht es laut Angaben auch um das heutige Verhältnis von katholischer Kirche und Judentum, "das von Schritten der Aussöhnung und des respektvollen Miteinanders geprägt ist".

Das Festjahr "1.700 Jahre jüdisches Leben" bezieht sich auf einen Erlass des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321. Darin erwähnt er eine jüdische Gemeinde in Köln. Das Dokument gilt als frühester schriftlicher Nachweis für jüdisches Leben nördlich der Alpen. Am Mittwochabend ist die älteste Abschrift des Edikts als Leihgabe aus der vatikanischen Bibliothek in der Domstadt angekommen.
Die beiden Blätter aus dem 6. Jahrhundert sollen fünf Wochen lang im Rahmen einer Ausstellung zu sehen sein.


Quelle:
KNA