Der Anwalt, der durch den Konsum halluzinogener Drogen den Boden unter den Füßen verliert oder der Journalist, der durch einen Unfall sein Gedächtnis verliert und sich selbst neu entdecken muß - Martin Suter liebt es, von Menschen zu schreiben, die unfreiwillig in eine Identitätskrise geraten.
Martin Suter war erfolgreicher Werbetexter, hat jedoch schon in dieser zeit parallel immer geschrieben, unter anderem Reportagen für die Zeitschrift GEO sowie zahlreiche Drehbücher für Film und Fernsehen.
Für das Theater am Neumarkt Zürich verfasste Suter zwei Komödien: Über den Dingen (2004) und Mumien (2006). Den Deutschen Krimipreis erhielt er 2003 für seinen Roman "Ein perfekter Freund". 2007 wurde Suter für seinen Roman "Der Teufel von Mailand" mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet.
Der letzte Gentleman
In seinem neusten Roman geht es um die Identitätskrise eines reichen schweizer Kunstsachverständigen. Adrian Weynfeldt ist ein "feiner Herr der Alten Schule" und ein Gegenpol zu der hektischen Zeit, in der wir leben.
"Er ist der letzte Gentleman", so der Autor. Kürzlich habe ihm jemand gesagt "Der letzte Weynfeldt" sei eine Hommage an den Anstand. "Das hat mir ganz gut gefallen", sagt Suter.
"Ich beschreibe die Wirklichkeit"
Ein weinender Mann im Pyjama, der eine Frau dadurch vom Selbstmord abhält - ein prägendes Bild aus Suters neuem Roman. "Ich wollte darüber schreiben, was passiert, wenn ein Mann eine Frau davon abhält, sich das Leben zu nehmen und diese Frau ihn nun für ihr Leben verantwortlich macht", erklärt der Autor.
Innerlich sei Weynfeldt "ein wenig erloschen", erwache erst wieder im Laufe der Geschichte, beschreibt Suter seine Hauptfigur. Seine Gegenspielerin Lorena mache unterdessen eine umgekehrte Entwicklung durch. "Beide lassen ihr anderes Ich die Oberhand gewinnen und kreuzen sich in ihrer Entwicklung", sagt Suter. "Das hat mich dieses Mal gereizt."
Seit Kurzem arbeitet Suter mit dem Schweizer Musiker Stephan Eicher zusammen, für dessen im April 2007 erschienenes Album Eldorado Martin Suter einige Texte geschrieben hat. Suters nächstes Projekt soll auch wieder mit Musik zu tun haben. "Wir haben da ein paar Eisen im Feuer", verrät Suter.
Der Autor Martin Suter im domradio-Interview
Das Spiel mit der Identität
Seit 1991 arbeitet er als freier Autor und hat auch als Theaterautor Erfolge gefeiert. Am 29. Februar wird der Schweizer Autor Martin Suter 60 Jahre alt. Über seinen neuen Roman und seine Pläne für die Zukunft spricht er im domradio-Interview.
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