Debatte um Konsequenzen aus Vorgängen in Limburg geht weiter

"Die normalen Standards nicht außer Acht lassen"

Die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Maria Flachsbarth, forderte am Dienstag mehr Transparenz für die Finanzstrukturen der Kirchen.

Maria Flachsbarth (KNA)
Maria Flachsbarth / ( KNA )

Die Debatte um strukturelle Konsequenzen aus den Vorgängen im Bistum Limburg geht weiter. Die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Maria Flachsbarth, forderte am Dienstag mehr Transparenz für die Finanzstrukturen der Kirchen. "Gerade im Umgang mit ihrem eigenen Geld dürfen die Religionsgemeinschaften die normalen Standards nicht außer Acht lassen, die überall in der Gesellschaft gelten", so Flachsbarth in Berlin.

Flachsbarth warnte aber auch davor, "sämtliche staatlichen Mittel für die Kirchen infrage" zu stellen. Die Kirchen engagierten sich auf vielfältige Art und Weise und nähmen "eine wichtige Aufgabe" wahr.

Zudem mahnte die CDU-Politikerin personelle Konsequenzen in Limburg an, sollten sich die Vorwürfe gegen den Bischof bewahrheiten.

"Das Ganze ist wirklich uralt"

Die frühere SPD-Finanzpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier hält ein Ende der Staatsleistungen an die Kirchen hingegen für angebracht. "Das Ganze ist wirklich uralt, das muss weg", sagte die vormalige FDP-Politikerin und prominente Laizistin im Deutschlandfunk. Eine Entschädigung sei nicht mehr nötig. Sie kritisierte zugleich eine fehlende Transparenz der Kirchenfinanzierung. "Die Kirche zahlt in der Regel keine Grundsteuer. Sie kriegen aber gar nicht raus, wie viel der Staat dadurch verliert, weil es heißt, das sei geheim."

Auch aus der Kirche kommt die Forderung nach mehr Transparenz. Die Präsidentin des Kirchensteuerparlaments im Erzbistum Freiburg, Annette Bernards, hält das  Agieren mancher Bischöfe für nicht mehr tragbar."Es wäre schon bedenklich, wenn irgendwo 100 Millionen Euro Kirchengelder stehen und gleichzeitig so viele kirchliche Aufgaben da sind", so Bernards. Mit Blick auf die Finanzen im Erzbistum Freiburg sprach sie von einer vertrauensvollen und guten Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung. Mehr Transparenz sei allerdings beim Haushalt des Bischöflichen Stuhls wünschenswert. "Denkbar wäre beispielsweise, dass der Erzbischof auch hier jährlich offenlegt, welche Projekte mit Mitteln aus diesem Etat finanziert wurden."

Unterdessen legten die Erzdiözesen München, Köln und Hamburg sowie die Bistümer Münster, Speyer, Aachen und Essen Zahlen zu den Vermögen des jeweiligen Bischöflichen Stuhles vor.

Quelle:
KNA