Olaf Scholz würde Kanzler-Amtseid ohne Gotteszusatz sprechen

"Das habe ich noch nie"

"So wahr mir Gott helfe". Diesen Amtseid würde SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Fall eines Wahlsiegs bei seiner Vereidigung für das Amt des Bundeskanzlers nicht sprechen. Die christlichen Werte sind ihm dennoch wichtig.

Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD und Bundesfinanzminister, nimmt an einem Wahlkampftermin teil / © Daniel Karmann (dpa)
Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD und Bundesfinanzminister, nimmt an einem Wahlkampftermin teil / © Daniel Karmann ( dpa )

"Das habe ich noch nie", sagte er der "Bild am Sonntag" mit Blick auf seine Vereidigungen als Minister und Erster Bürgermeister in Hamburg. Zugleich betonte Scholz, dass die Werte des Christentums für ihn von zentraler Bedeutung seien: "Dass wir Menschen füreinander verantwortlich sind. Dass wir gegeneinander gerecht sein müssen. Nennen wir es Solidarität oder Nächstenliebe. Diese Werte des Christentums prägen mich sehr."

Austritt aus der evangelischen Kirche

Auch in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) hatte der Finanzminister betont, er habe ein christlich geprägtes Wertegerüst: "Die Kirche hat mir ein Wertegerüst mitgegeben, das mir wichtig ist und nach dem ich auch meine Entscheidungen ausrichte." Scholz wurde getauft und konfirmiert, trat später jedoch aus der evangelischen Kirche aus.

Für ihn und die Gesellschaft sei es zudem wichtig, "dass wir uns auch künftig auf das große Engagement vieler Christen und Christinnen stützen können, sei es in der Gemeindearbeit oder in der sozialen Arbeit in Kitas oder Krankenhäusern". Als Politiker trete er dafür ein, "dass diese wichtige Arbeit erhalten bleibt und dass wir die christliche Prägung unserer Kultur wertschätzen".

"Liebe ist wichtiger als jedes Amt"

Seine hochbetagten Eltern, die bislang öffentlich nicht aufgetreten sind, würden bei einem Wahlsieg ihres Sohnes an seiner Vereidigung als Bundeskanzler teilnehmen, kündigte Scholz in der "Bild am Sonntag" an: "Das wird sicher so sein."

Die Liebe zu seiner Frau Britta Ernst (SPD), die Bildungsministerin in Brandenburg ist, sei ihm wichtiger als das Kanzleramt, betonte er weiter: "Die Liebe ist wichtiger als jedes Amt! Es ist gut für uns, wenn wir uns von der Liebe leiten lassen."

Quelle:
KNA