Chiles Staatspräsident beim Papst

 (DR)

Chiles Staatspräsident Sebastian Pinera ist am Samstag von Papst Franziskus im Vatikan empfangen worden. Inhalte der Unterredung wurden zunächst nicht bekannt. Die Visite fand vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals statt, der die katholische Kirche in dem lateinamerikanischen Land seit Monaten erschüttert. Pinera hatte Kirchenvertretern schwerwiegende Fehler vorgeworfen. Es schmerze ihn, dass hohe Würdenträger um die Taten zwar gewusst, sie aber verheimlicht hätten, sagte er laut chilenischen Medien im Juli.

Das Gespräch zwischen dem Papst und Pinera dauerte rund eine halbe Stunde. Journalisten, die an der Begrüßung und der anschließenden Überreichung von Geschenken teilnahmen, bezeichneten die Atmosphäre als freundlich. Der Staatschef brachte dem Papst eine von chilenischen Künstlern gefertigte Stola mit. Pinera amtiert seit März als Staatsoberhaupt, nachdem er diese Position schon einmal von 2010 bis 2014 bekleidete. Es ist sein erster Besuch bei Franziskus. Bei dessen Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013) war Pinera 2011 zu Gast.

Ein Onkel des Staatspräsidenten, Bernardino Pinera Carvallo, ist selbst Erzbischof. Der heute 103-jährige Geistliche war von 1983 bis 1990 Leiter des Erzbistums Serena und von 1984 bis 1988 Vorsitzender der Chilenischen Bischofskonferenz. Sebastian Pinera besucht den Vatikan im Zuge einer Europareise. In deren Rahmen traf er am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin zusammen. (KNA, 13.10.18)