Buch mit Texten von Prevost vor seiner Wahl zum Papst erscheint

Frühe Werke mit überraschende Einblicken

Ein Jahr nach seiner Wahl ist Papst Leo XIV. für viele immer noch ein Rätsel. Nun erscheint ein Buch mit Beiträgen aus der Zeit vor seiner Karriere als Bischof und Kardinal. Einige starke Zitate daraus kursieren bereits.

Archivbild: Bischof Robert Prevost, der jetzige Papst Leo XIV., leitet eine Jubiläumsfeier der Diözese in Peru Chulucanas / © Diocese of Chulucanas via AP (dpa)
Archivbild: Bischof Robert Prevost, der jetzige Papst Leo XIV., leitet eine Jubiläumsfeier der Diözese in Peru Chulucanas / © Diocese of Chulucanas via AP ( dpa )

Fast genau ein Jahr nach der Wahl von Robert Francis Prevost zum Papst erscheint nächste Woche ein Buch mit Aufsätzen, Predigten und Ansprachen aus der Zeit von 2001 bis 2013. Es enthält viele Zitate, die Aufschluss geben können über das Denken des heutigen Papstes. Damals leitete der heutige Papst Leo XIV. die weltweite Ordensgemeinschaft der Augustiner. Danach wurde er Bischof von Chiclayo in Peru, bevor er 2023 in den Vatikan wechselte und als Kurienkardinal Karriere machte.

Wie das Portal Vatican News am Sonntag berichtete, haben die Augustinerpatres Rocco Ronzani, Miguel Ángel Martín Juárez und Michael Di Gregorio das Buch gemeinsam mit der vatikanischen Verlagsbuchhandlung herausgegeben. Der italienische Titel lautet "Liberi sotto la grazia" (Frei unter der Gnade) von Robert Francis Prevost. Das Buch soll in zahlreichen Sprachen erscheinen, die italienische Ausgabe kommt ab Montag in die Buchhandlungen. Italienische Zeitungen veröffentlichten am Sonntag erste Auszüge aus dem Buch. Sie geben Einblicke in das theologische, aber auch in das politische und kirchenpolitische Denken des späteren Papstes.

"Auf alle zugehen"

Deutlich wird darin eine Übereinstimmung mit zentralen Ideen des Vorgängers Papst Franziskus (2013-2025). Wie dieser wendet sich auch Prevost gegen eine "in sich selbst gekehrte Kirche" und gegen ein Klammern an Strukturen. Zugleich spricht er sich für eine "radikale Armut" und eine Offenheit der Kirche für alle Menschen aus. So heißt es in einem Beitrag Prevosts von 2012, das Reich Gottes sei ein "dynamisches und kein räumliches Konzept". Man müsse "Wege suchen, auf alle zuzugehen, alle willkommen zu heißen, mit allen einen echten Dialog zu beginnen". Ähnlich hatte sich später auch Papst Franziskus wiederholt geäußert.

In einem Vortrag an seine Mitbrüder im Jahr 2008 heißt es: "Unser Leben muss ein Zeichen des Protests gegen die Konsum-Mentalität der Gesellschaft sein, in der wir leben. Die Menschen (...) erwarten von uns eine prophetische Armut, die von ihrem Wesen her eine Offenheit für die Nöte der anderen erfordert und vielleicht auch in besonderer Weise ein Eintreten für die sozialen Rechte der Armen." An einer anderen Stelle kritisiert Prevost "den Neoliberalismus, der sich als 'Heilsweg der Völker' durchgesetzt und gnadenlos die große Mehrheit der Menschheit auf die Seite gedrängt hat". Wann das 560 Seiten umfassende Buch auf Deutsch erscheint, ist laut Vatican News noch nicht entschieden.

Leo XIV.: Das Leben von Robert Francis Prevost bis zur Papstwahl

Die Medien sind in Aufregung um den neuen Papst: War er Bischof in den USA? Oder in Peru? Wie kam er in den Vatikan? Zeit für eine Übersicht.

Der neue Papst Leo XIV. aus den USA ist als Ordensmann in Rom, in der vatikanischen Kurie und der Weltkirche zuhause. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nennt wichtige Stationen seines Lebens vor der Wahl:

 Kardinal Robert Francis Prevost ist der neue Papst, Leo XIV. / © Riccardo De Luca/AP (dpa)
Kardinal Robert Francis Prevost ist der neue Papst, Leo XIV. / © Riccardo De Luca/AP ( dpa )
Quelle:
KNA