Bistum in Texas stellt Insolvenzantrag wegen Missbrauchszahlungen

Zahlungen in Millionenhöhe erwartet

Nach Missbrauchsfällen muss das Bistum El Paso mit Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe rechnen. Das könnte zur Zahlungsunfähigkeit führen. Daher zieht die Kirche wie etliche US-Bistümer vorher die Notbremse.

Blick auf El Paso / © Aaron Weathers (shutterstock)

Das katholische US-Bistum El Paso in Texas hat wegen zu erwartender Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer einen Insolvenzantrag gestellt. Wie US-Medien berichten, gibt es gegen das Bistum an der Grenze zu Mexiko 12 Klagen von 18 Klägern. Diese geben an, sie seien zwischen 1956 und 1982 als Minderjährige von Geistlichen sexuell missbraucht worden.

Am Montag (Ortszeit) widmete das Bistum die jährliche Messe der Versöhnung und Hoffnung allen Überlebenden sexualisierter Gewalt durch Geistliche.

Peter Baldacchino, Bischof von Las Cruces; Gustavo García-Siller, Erzbischof von San Antonio; Mark Joseph Seitz, Bischof von El Paso und Vorsitzender des Migrationsausschusses der US-Bischöfe; und John C. Wester, Erzbischof von Santa Fe, führen am 24. März 2025 eine Demonstration in El Paso (USA) gegen Massenabschiebungen durch die US-Regierung an / © Bob Roller/OSV News (KNA)
Peter Baldacchino, Bischof von Las Cruces; Gustavo García-Siller, Erzbischof von San Antonio; Mark Joseph Seitz, Bischof von El Paso und Vorsitzender des Migrationsausschusses der US-Bischöfe; und John C. Wester, Erzbischof von Santa Fe, führen am 24. März 2025 eine Demonstration in El Paso (USA) gegen Massenabschiebungen durch die US-Regierung an / © Bob Roller/OSV News ( KNA )

Bischof Mark J. Seitz erklärte in einer Videobotschaft, er habe nach Gebet, Überlegung und Beratung entschieden, Insolvenz anzumelden, "da die finanziellen Forderungen gegen das Bistum unsere finanziellen Mittel bei weitem übersteigen". Das Gebiet sei zwar "geografisch weitläufig", aber ländlich und arm.

Etwa jedes siebte Bistum betroffen

Seit 2004 haben mehr als 25 der 178 katholischen Bistümer in den USA einen Insolvenzantrag nach Kapitel 11 genutzt, um ihre Finanzen umzustrukturieren und Entschädigungszahlungen für die Betroffenen von Missbrauch in einem einzigen Gerichtsprozess regeln zu können.

In den USA gibt es zwei unterschiedliche Insolvenzverfahren, die nach den jeweiligen Kapiteln im Konkursrechtsgesetz bezeichnet werden. Während das Ziel eines Chapter-7-Verfahrens die Liquidierung eines bankrotten Unternehmens ist, handelt es sich bei Chapter 11 eher um ein Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht.

Die katholische Kirche in den USA

Die römisch-katholische Kirche ist die größte Glaubensgemeinschaft der USA, denn die Protestanten teilen sich in verschiedene Konfessionen. Ein knappes Viertel der US-Amerikaner ist katholisch, die meisten Katholiken leben im Nordosten und im Südwesten. Genaue Zahlen sind schwierig, weil in den USA der Wechsel einer Konfession sehr häufig vorkommt.

Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 (shutterstock)
Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 ( shutterstock )
Quelle:
KNA