Bistum Fulda streicht Zuschüsse für jede zweite Kirche

Sinkende Einnahmen durch Kirchensteuern

Weniger Mitglieder, weniger Geld - das Bistum Fulda reagiert und streicht künftig die Finanzierung für etliche Kirchen. Die Pfarreien sollen Kooperationen mit evangelischen Gemeinden prüfen. Auch Profanierungen sind möglich.

 © Swen Pförtner (dpa)
© Swen Pförtner ( dpa )

Das Bistum Fulda will künftig nur noch die Hälfte seiner Kirchen bezuschussen. Wegen des Rückgangs der Gemeindemitglieder und des sinkenden Kirchensteueraufkommens müsse der Immobilienbestand neu ausgerichtet werden, teilte die Diözese mit. Dafür werden die Kirchen in drei Kategorien eingeteilt: Die eine Hälfte - Kategorie A und B - wird weiterhin bezuschusst; die andere Hälfte - Kategorie C - erhält keine Zuschüsse mehr und muss gegebenenfalls aufgegeben werden. Bis 2035 sollen 203 A- und B-Kirchen übrig bleiben.

Außenansicht des Doms in Fulda / © Julia Steinbrecht (KNA)
Außenansicht des Doms in Fulda / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Um C-Kirchen weiter zu erhalten, müssten andere Finanzierungswege gefunden werden, erklärte das Bistum. Die Pfarreien sollen zudem Kooperationen etwa mit evangelischen Gemeinden oder mit Kommunen prüfen. "Findet sich kein tragfähiges Finanzierungsmodell, lässt es sich nicht vermeiden, dass Gebäude verkauft und Kirchen profaniert werden."

Info-Veranstaltungen in den Pfarreien

Ab diesem Donnerstag stellt ein Projektteam des Bistums die Immobilienstrategie auf Info-Veranstaltungen in den Pfarreien vor. Die Entscheidung über eine Kirche sollen die Pfarrei und das Bistum gemeinsam treffen. Dabei spielten Seelsorge, Qualität der Bausubstanz und Wirtschaftlichkeit in Betrieb und Unterhalt eine Rolle.

Im Bistum Fulda leben rund 326.000 Katholikinnen und Katholiken. Bis 2035 werden es der Diözese zufolge noch rund 235.000 sein. Die Kirchensteuereinnahmen lagen zuletzt bei rund 96 Millionen Euro. Fünf Jahre zuvor waren es noch rund 112 Millionen Euro.

Bistum Fulda

Das Bistum Fulda wurde im Jahr 1752 gegründet. Es erstreckt sich vom nordhessischen Bad Karlshafen bis in den Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim und von der Universitätsstadt Marburg in Oberhessen bis nach Geisa im Thüringer Land auf einer Fläche von 10.318 Quadratkilometern. 

Die Diözese hat rund 327.000 Katholikinnen und Katholiken. Fulda ist ein Diasporabistum, in dem die Katholiken insgesamt in einer Minderheit sind, wenn auch mit regional starken Unterschieden. 

Der Fuldaer Dom begrüßt die deutschen Bischöfe. / © Ingo Brüggenjürgen (DR)
Der Fuldaer Dom begrüßt die deutschen Bischöfe. / © Ingo Brüggenjürgen ( DR )
Quelle:
KNA