Das Bistum Fulda will künftig nur noch die Hälfte seiner Kirchen bezuschussen. Wegen des Rückgangs der Gemeindemitglieder und des sinkenden Kirchensteueraufkommens müsse der Immobilienbestand neu ausgerichtet werden, teilte die Diözese mit. Dafür werden die Kirchen in drei Kategorien eingeteilt: Die eine Hälfte - Kategorie A und B - wird weiterhin bezuschusst; die andere Hälfte - Kategorie C - erhält keine Zuschüsse mehr und muss gegebenenfalls aufgegeben werden. Bis 2035 sollen 203 A- und B-Kirchen übrig bleiben.
Um C-Kirchen weiter zu erhalten, müssten andere Finanzierungswege gefunden werden, erklärte das Bistum. Die Pfarreien sollen zudem Kooperationen etwa mit evangelischen Gemeinden oder mit Kommunen prüfen. "Findet sich kein tragfähiges Finanzierungsmodell, lässt es sich nicht vermeiden, dass Gebäude verkauft und Kirchen profaniert werden."
Info-Veranstaltungen in den Pfarreien
Ab diesem Donnerstag stellt ein Projektteam des Bistums die Immobilienstrategie auf Info-Veranstaltungen in den Pfarreien vor. Die Entscheidung über eine Kirche sollen die Pfarrei und das Bistum gemeinsam treffen. Dabei spielten Seelsorge, Qualität der Bausubstanz und Wirtschaftlichkeit in Betrieb und Unterhalt eine Rolle.
Im Bistum Fulda leben rund 326.000 Katholikinnen und Katholiken. Bis 2035 werden es der Diözese zufolge noch rund 235.000 sein. Die Kirchensteuereinnahmen lagen zuletzt bei rund 96 Millionen Euro. Fünf Jahre zuvor waren es noch rund 112 Millionen Euro.