Bistum Basel soll Missbrauchsfall intern zurückgehalten haben

Zwei Priester vom Dienst suspendiert

Im Bistum Basel soll ein Missbrauchsfall intern über Monate zurückhaltend behandelt worden sein. Die Bistumsleitung soll Angestellte ausdrücklich darum gebeten haben, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, so eine Schweizer Zeitung.

Schweizer Fahne und der Blick auf Basel / © Jordi C (shutterstock)
Schweizer Fahne und der Blick auf Basel / © Jordi C ( shutterstock )

Wie der Schweizer "Tages-Anzeiger" am Wochenende berichtet, bat die Bistumsleitung Angestellte ausdrücklich darum, mit dem Fall nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. 

Dem Bericht zufolge wurden im März zwei Priester vom Dienst suspendiert. Ihnen werden laut Staatsanwaltschaft "Straftaten gegen die sexuelle Integrität" eines zum Tatzeitpunkt volljährigen Opfers vorgeworfen. Die Anzeige sei bereits im November 2025 eingegangen und wurde vom Basler Bischof Felix Gmür erstattet. Dennoch blieben die beiden Geistlichen fast ein halbes Jahr - bis März – im Amt.

Hintergrund ist laut Bericht der Ablauf des staatlichen Verfahrens: Erst nach Aufnahme der Ermittlungen und ersten Befragungen habe das Bistum als Anzeigenersteller aktiv werden dürfen.

Kritik von Betroffenen

Als das Bistum schließlich interne Stellen sowie Gemeindemitglieder informierte, verband es dies laut "Tages-Anzeiger" mit der Aufforderung, nicht über den Fall zu sprechen. Betroffene kritisieren nun insbesondere die mehrmonatige Verzögerung zwischen Anzeige und Suspendierung: "Transparenz dient dem Schutz: Informationen über Vorfälle können es weiteren Betroffenen ermöglichen, sich zu melden. Denn viele Betroffene brauchen das Wissen, dass sie nicht allein sind und ernst genommen werden."

Eine zurückhaltende Informationspolitik könne hingegen dazu führen, "dass mögliche weitere Betroffene schweigen – und dass das Vertrauen in den Aufarbeitungswillen der Kirche weiter erschüttert wird", so die Betroffenen.

Bistum Basel

Das Bistum Basel ist eines der traditionsreichsten Bistümer der Schweiz und blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 4. Jahrhundert reicht.

Seine heutige Struktur gründet auf dem Konkordat von 1828, das zwischen dem Heiligen Stuhl und zehn Schweizer Kantonen – Aargau, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Jura, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau und Zug – abgeschlossen wurde.

St. Ursenkathedrale in Solothurn in der Schweiz, Bischofssitz des Bistums Basel. / © PJDR (shutterstock)
St. Ursenkathedrale in Solothurn in der Schweiz, Bischofssitz des Bistums Basel. / © PJDR ( shutterstock )
Quelle:
KNA