Bistümer bitten um Gebete für Regen in Italien

Vermehrt Ausbrüche von Großbränden

Italiens Thermometer sind im Juni auf überdurchschnittliche Höhen gestiegen. Werte um 40 Grad Celsius sagen Meteorologen am Dienstag für die kommenden Tage voraus. Die Bistümer Mailand und Rimini rufen zu Gebeten für Regen auf.

Trinkwasserbrunnen im Vatikan / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Trinkwasserbrunnen im Vatikan / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

Vielerorts, etwa in Rom, werden Rekordtemperaturen gemessen. Einige Gemeinden erklärten den Notstand, um Wasser rationieren zu können. Betroffen ist vor allem die norditalienische Po-Ebene, eine der Hauptregionen für den Anbau von Getreide und Gemüse. Italiens Kirchen rufen unterdessen immer öfter zu Gebeten für Regen auf.

Erzbistum Mailand bittet um Gebete für Regen

So hatte die Erzdiözese Mailand am vergangenen Wochenende wegen Trockenheit und Dürre um Regen gebetet und jede Gemeinde im Erzbistum aufgefordert, sich den Gebeten anzuschließen. "Das Reich Gottes zu suchen bedeutet, solidarisch miteinander zu sein, Lebensstile zu ändern, die sich manchmal als ruinös für den Garten erweisen, den wir erhalten haben, den wir bewahren und besser an künftige Generationen weitergeben müssen", erklärte der Erzbischof von Mailand, Mario Delpini, mit Blick auf die Folgen des Klimawandels und die fortschreitende Erwärmung der Erde.

Palmen vor dem Dom in Mailand / © Antonio Calanni (dpa)
Palmen vor dem Dom in Mailand / © Antonio Calanni ( dpa )

Das Bistum Rimini schloss sich den Gebeten an. Auch in der Erzdiözese Florenz wurde dazu aufgerufen. "Guter Vater, der du die Sonne auf alle scheinen und den Regen fallen lässt, erbarme dich all derer, die schwer unter der Dürre leiden, die uns in diesen Tagen heimgesucht hat. Lass den ersehnten Regen vom Himmel auf die trockene Erde herabfallen, damit die Früchte wiedergeboren und Mensch und Tier gerettet werden", bat der Pfarrer einer Gemeinde bei Florenz.

Kirche Santa Maria Novella in Florenz / © D.Bond (shutterstock)
Kirche Santa Maria Novella in Florenz / © D.Bond ( shutterstock )

Aufnahmen der Europäischen Weltraumorganisation zeigen, dass der Po in Norditalien - anders als sonst im Juni - nicht ein breiter Flusslauf ist, sondern zahlreiche Sandbänke zu sehen sind. Dies sei die Folge einer bereits seit zwei Jahren anhaltenden und außergewöhnlichen Trockenheit.

Der Gardasee, ein beliebtes Sommerurlaubsziel bei Deutschen, hat einen deutlich geringeren Wasserstand als im vergangenen Jahr. Nun wird überlegt, ob Wasser aus dem See für die Po-Ebene abgepumpt werden könnte.

Gefahr von Bränden gestiegen

Derweil kommt es an unterschiedlichen Stellen immer wieder zu Bränden. Am Montag kam es in Rom zu einem Großbrand. Italienische Medien sprachen von 350 Feuerwehrleuten im Einsatz.

Mehrere Wohnhäuser wurden evakuiert, es gab Dutzende Rauchvergiftungen. Eine weithin sichtbare Rauchwolke zog am späten Nachmittag bis in die Innenstadt. Auch rund um den Petersdom war der Brandgeruch deutlich wahrnehmbar. Stellenweise regnete es Asche. Bereits am Sonntag hatte es mehr als 100 Einsätze der Feuerwehr aufgrund von Bränden gegeben.

Im vergangenen Jahr war es vor allem in Süditalien zu schweren Bränden gekommen. Über das ganze Land verteilt wurden laut Regierungsangaben etwa 150.000 Hektar Land vernichtet. Für das laufende Jahr rechnen die Behörden mit einer deutlich größeren Fläche. Die Brandrisiken würden durch die anhaltende Dürre dramatisch erhöht.

Stichwort: Erzbistum Mailand

Mit über fünf Millionen Katholiken gehört das Erzbistum Mailand zu den größten Kirchenbezirken der Welt. Es zählt mehr Gläubige als Sao Paolo, Chicago, Los Angeles oder Manila. An ihrer Spitze standen bedeutende Bischofsgestalten: der Kirchenlehrer Ambrosius (337-97), der große Reformtheologe Karl Borromäus (1538-84) und - wenn auch nur zu einem kurzen Intermezzo zwischen Staatssekretariat und "Appartamento" - der Selige Konzilspapst Paul VI. (1963-78).

 Touristen fotografieren sich mit Mundschutz vor der Kathedrale in Mailand / © Claudio Furlan (dpa)
Touristen fotografieren sich mit Mundschutz vor der Kathedrale in Mailand / © Claudio Furlan ( dpa )
Autor/in:
Anna Mertens
Quelle:
KNA