Bischof Oster signalisiert im Reformprozess Kompromissbereitschaft

Einvernehmen mit der Weltkirche gefordert

Die katholischen Bischöfe in Deutschland sind sich bei ihrem Reformprozess Synodaler Weg bisher einig geworden. Eine konservative Minderheit um Bischof Stefan Oster ist ausgestiegen. Bei ihm könnten die Zeichen auf Annäherung stehen.

Bischof Stefan Oster / © Maria Irl (KNA)
Bischof Stefan Oster / © Maria Irl ( KNA )

Der Passauer Bischof Stefan Oster kann sich vorstellen, seinen Widerstand gegen den kirchlichen Reformprozess Synodaler Weg aufzugeben. Dies hänge davon ab, wie der Vatikan die geplante Synodalkonferenz in Deutschland beurteile, sagte Oster in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) und des Portals katholisch.de. "Wenn wir es im Einvernehmen mit der Weltkirche machen, dann mache ich mit."

Oster rechnet mit einer Einigung

"Auch die Römer haben das Interesse, dass da keiner mit Gesichtsverlust rausgeht,"  sagt er. 

Symbolbild Reformen; Eine Frau trägt eine Weste mit der Aufschrift Frauen. Macht. Zukunft. / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Reformen; Eine Frau trägt eine Weste mit der Aufschrift Frauen. Macht. Zukunft. / © Harald Oppitz ( KNA )

Bisher sei es in Deutschland aber zu sehr um eine Veränderung der kirchlichen Lehre gegangen. Dies widerspreche dem, was der Vatikan unter Synodalität verstehe.

Beim Synodalen Weg geht es unter anderem um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen.

Bedenken auch vom Vatikan

Die Bischofskonferenz war beim Umgang mit diesem Projekt in den vergangenen Jahren gespalten. Oster und drei andere konservative Bischöfe hatten sich daraus zurückgezogen. Auch in der Kirchenleitung in Rom gab es starke Bedenken. Der Vatikan mahnte, dass die Entscheidungsbefugnis jedes einzelnen Bischofs für sein Bistum nicht aufgehoben werden dürfe.

Bischöfe segnen Satzung der Synodalkonferenz ab

Die Bischofskonferenz stimmte bei ihrer Vollversammlung vergangene Woche in Würzburg der Satzung der geplanten Synodalkonferenz mehrheitlich zu. In diesem neuen Gremium sollen Bischöfe und Laien auf Bundesebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Jetzt ist der Vatikan am Zug. Auch er muss den Plan absegnen, bevor es im November losgehen kann.

Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz / © Daniel Löb (dpa)
Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz / © Daniel Löb ( dpa )

Bei der Synodalkonferenz komme es darauf an, "dass man wirklich einander zuhört im geschützten Raum und sagt, was einem der Geist eingibt", sagte Oster. "Dass man nicht versucht, Politik zu machen und politischen oder öffentlichen Druck auszuüben. Dass man nicht kalkuliert, nicht auf Mehrheiten schielt." Wegen des öffentlichen Drucks mit namentlichen Abstimmungen hätten einige Mitglieder der Bischofskonferenz beim Synodalen Weg bisweilen gegen ihre eigenen Überzeugungen votiert.

Synodaler Weg

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien.

Der Reformdialog Synodaler Weg dauerte von Ende 2019 bis Frühjahr 2023. Dabei berieten die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammen mit weiteren Delegierten über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland.

Das gelochte Metallkreuz und Teile des Schriftzugs Synodaler Weg  / © Julia Steinbrecht (KNA)
Das gelochte Metallkreuz und Teile des Schriftzugs Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA