Bischof Meier sieht keinen Ersatz von Priestern durch Laien

"Noch so viele aktive Frauen und Männer geben keinen Priester ab"

Die Kirche kann nach den Worten des Augsburger Bischofs Bertram Meier nicht auf Priester verzichten. Zugleich rät Meier Geistlichen, dass man sich von ganz einfachen Leuten oft viel abschauen kann.

Ein Priester in der Sakristei / © Julia Steinbrecht (KNA)
Ein Priester in der Sakristei / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hält Priester für unverzichtbar. Diese könnten niemals durch Laien ersetzt werden, sagte Meier laut Manuskript am Mittwoch im Augsburger Dom.

"Noch so viele aktive Frauen und Männer geben keinen Priester ab." Meier ergänzte: "Der Dienst des Priesters ist durch niemanden zu ersetzen, weil das, was Christus durch ihn tut, durch nichts ersetzt werden kann. Und dieser Dienst ist an erster Stelle der Dienst an der Eucharistie."

Bischof Bertram Meier / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Bertram Meier / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Dabei werde Jesus Christus nicht durch menschliche "Manipulation" gegenwärtig gesetzt, vielmehr erfülle er selbst seine Zusage und schenke seine Nähe, fügte der Bischof hinzu. "Gott nimmt mein Leben in die Hand und führt mich auf einen Weg, der meinem Heil und dem Heil derer dient, die mir anvertraut sind. Ich muss und darf an mir etwas geschehen lassen, ohne dass ich es selbst 'machen' könnte."

Diese alleinige Wirkmacht Jesu Christi drückt sich Meier zufolge in der Messfeier so aus, dass die Worte und Gesten des zelebrierenden Priesters bis ins Detail festgelegt sind. Dabei handele es sich um ein Eingeständnis: "Wir können uns nur als Werkzeuge der Gnade und als Empfangende verstehen."

Keine Arroganz, sondern Demut

Das wird dem Bischof zufolge auch in der Dramatik des Hochgebetes deutlich. Der Zelebrant übergebe die Wirkmacht seiner Hände dem Heiligen Geist. Dies bedeute weder Arroganz noch Anmaßung, sondern Entmachtung und Demut. Denn die Berechtigung zur Feier der Eucharistie erlange der Priester nicht durchs Theologiestudium, sondern durch den Empfang der Weihe.

"Auch als Priester, der der Gemeinde gegenübersteht, bin ich zuallererst selbst Empfänger des Leibes Christi", betonte Meier. Den Vorrang des Empfangens erfahre der Priester immer wieder: "Wie oft verabschiedet sich der Seelsorger vom Kranken, beeindruckt von dessen Stärke und dadurch selbst gestärkt in seinem Dienst." Der Bischof ergänzte: "Von ganz einfachen Leuten können wir uns oft viel abschauen: Bei ihnen dürfen wir in die Schule gehen."

Bertram Meier äußerte sich bei der Chrisammesse. Dabei werden traditionell die heiligen Öle für die Spendung der Sakramente geweiht: Chrisam, das bei der Taufe, der Firmung, der Priester- und Bischofsweihe sowie der Altar- und Kirchweihe verwendet wird, Kranken-Öl für die Krankensalbung und Katechumenen-Öl für die Taufe.

Chrisam - Heilige Öle

"Heilige Öle" sind Salböle, die in der katholischen Kirche bei verschiedenen Weihehandlungen benötigt werden. Sie finden Verwendung bei Bischofs- und Priesterweihen sowie der Weihe von Altären und Kirchen. Auch im Rahmen von Taufe und Firmung kommen die Öle zum Einsatz. Gleiches gilt für die Krankensalbung. Geweiht werden die Öle - meist handelt es sich um Pflanzen- oder Olivenöl mit beigefügten Duftstoffen - in sogenannten Chrisammessen kurz vor Ostern.

Chrisam und Salböl am Taufbecken / © Harald Oppitz (KNA)
Chrisam und Salböl am Taufbecken / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA