Bischof Jung würdigt Arbeit der Ständigen Diakone

"Schatz aus der langen Geschichte der Kirche"

Bischof Jung sprach am Samstag bei der Feier "50 Jahre Ständiger Diakonat im Bistum Würzburg". Zudem hob er die Bedeutung der Ehen und Familien sowie der Zivilberufe für die Diakone hervor.

Diakone mit gefalteten Händen / © Lukas Barth (KNA)
Diakone mit gefalteten Händen / © Lukas Barth ( KNA )

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat den Ständigen Diakonat als einen wiederentdeckten "Schatz aus der langen Geschichte der Kirche" gewürdigt. Der Diakonat sei dabei keine "Durchgangsstufe" zu den "höheren Weihen", sondern eine Form der Christusrepräsentation eigenen Rechts und eigener Würde innerhalb des dreigliedrigen Amts der Kirche, sagte Jung am Samstag bei der Feier "50 Jahre Ständiger Diakonat im Bistum Würzburg". Zudem hob er die Bedeutung der Ehen und Familien für die Diakone hervor. "Wenn Diakone mit einem gewissen Recht 'Viri Probati' genannt werden dürfen, dann auch deshalb, weil sie sich bewährt haben in Beruf und Familie."

Bischof Jung (DR)
Bischof Jung / ( DR )

Als wertvolle Hilfe bezeichnete der Würzburger Bischof die Verbindung von geistlichem Dienst und Zivilberuf, den viele Diakone weiter ausüben. "Durch die doppelte Beheimatung in Kirche und Berufswelt werden einem nicht selten die Augen geöffnet für die Systemzwänge und ökonomischen Herausforderungen in den Behörden, Betrieben und Industrieunternehmen." Der Ausdruck "Diakon in und mit Zivilberuf" erinnere daran, dass die diakonische Dimension des eigenen Tuns nicht auf das Wochenende beschränkt bleibe.

Der Diakon sei an den Rändern zu finden, um die Gläubigen zu ermutigen, über sich hinauszuwachsen und den leidenden Christus in den leidenden Schwestern und Brüdern zu erkennen. Mit Blick auf die Flüchtlinge aus der Ukraine sagte Jung, dass bei der Betreuung die Kooperation mit den Gemeinden und der Caritas so gut funktioniere. Der Diakon solle die Menschen dazu befähigen, gut ihren Dienst zu tun. Zum anderen habe er dafür Sorge zu tragen, dass die Kirche nicht zu einer wohltätigen Nichtregierungsorganisation (NRO) werde. "Kirche ist nicht einfach ein Wohlfahrtskonzern oder ein sozialer Dienstleister. Sie ist immer mehr und will mehr sein."

Viri probati

Das lateinische "viri probati" (Einzahl: "vir probatus") bedeutet wörtlich "bewährte Männer". In der Diskussion um die Voraussetzungen für das Priesteramt in der katholischen Kirche steht dieser Ausdruck für die Überlegung, bewährte verheiratete Männer zur Weihe zuzulassen. Gegenwärtig gibt es diese Möglichkeit nicht. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde sie bei verschiedenen Synoden erörtert. Zuletzt ist im Vatikan die Amazonas-Synode mit einem Votum für die Zulassung verheirateter Priester in entlegenen Regionen zu Ende gegangen.

Priesterweihe / © Corinne Simon (KNA)
Priesterweihe / © Corinne Simon ( KNA )
Quelle:
KNA