Bischof Ipolt warnt vor überstürztem Braunkohle-Ausstieg

"Hin- und hergerissen"

In Immerath musste erst kürzlich ein ganzes Dorf samt "Dom" dem Braunkohleabbau weichen. Über den Ausstieg aus dem Tagebau wird schon länger diskutiert. Beim Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt schlagen diesbezüglich zwei Herzen in der Brust.

Braunkohleabbau in der Lausitz / © Patrick Pleul (dpa)
Braunkohleabbau in der Lausitz / © Patrick Pleul ( dpa )

Ipolt warnt vor einem überstürzten Ausstieg aus der Braunkohle. "Das muss verantwortlich geschehen", sagte er am Donnerstag dem Internetportal katholisch.de. "Wir müssen mit Augenmaß einen veränderten Weg einschlagen und dabei die Menschen hier in der Lausitz mitnehmen", forderte der Bischof des Bistums Görlitz. Auf dessen Gebiet gibt es zahlreiche Tagebaue, in denen Braunkohle gefördert wird.

Er sei in der Frage "hin- und hergerissen", räumte Ipolt ein. Ihm sei bewusst, "dass wir in der Zeit der Energiewende leben. Hoffentlich wird die Braunkohle irgendwann nicht mehr gebraucht". Derzeit werde sie aber noch benötigt, auch weil "tausende Menschen Arbeit in der Kohle gefunden" hätten.

Entwicklung verschiedener Energieformen vorantreiben

Ipolt sprach sich zugleich dafür aus, die Entwicklung verschiedener Energieformen voranzutreiben. "Ich bin auch sehr dafür, dass die sauberste Energieform gesucht und gefunden wird." Die Kirche sei für eine "ökologisch nachhaltige Energieerzeugung", betonte der Bischof unter Berufung auf das Umwelt-Schreiben "Laudato si" von Papst Franziskus.

Der Wandel müsse aber "mit Verständnis für die Betroffenen gestaltet werden: den Bewohnern der Lausitz, die möglicherweise für die Kohle weichen müssen, und mit den Menschen, die ihren Lebensunterhalt in der Kohle verdienen". Das sei keine leichte Aufgabe, um die er die Politiker und weitere Entscheider nicht beneide, so Ipolt.

Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA