Bischof Gerber erlässt Dekret gegen geistliche Gemeinschaft

"In keiner Weise kirchlich anerkannt"

Der Fuldaer Bischof Michael Gerber hat der Gemeinschaft "Geist und Sendung" die Feier der Sakramente und der Eucharistie in ihren Räumlichkeiten untersagt. So steht es in einem im Amtsblatt des Bistums veröffentlichten Dekret.

Der Bischof von Fulda, Michael Gerber / © Angelika Zinzow (KNA)
Der Bischof von Fulda, Michael Gerber / © Angelika Zinzow ( KNA )

Demnach sei die in Fulda ansässige Gemeinschaft "in keiner Weise kirchlich anerkannt". Um eine solche Anerkennung habe die Gemeinschaft bislang auch nicht nachgesucht.

Zum Gebet geöffnete Hände bei  Gedenkstunde in Hanau / © Boris Roessler (KNA)
Zum Gebet geöffnete Hände bei Gedenkstunde in Hanau / © Boris Roessler ( KNA )

Die als eingetragener Verein organisierte Gemeinschaft beschreibt sich auf ihrer Internetseite als "ein modernes Kloster für alle" mit "alltagsrelevanter Spiritualität". Dort heißt es weiter: "Geist und Sendung ist eine benediktinische, katholische Gemeinschaft von jungen Erwachsenen und Familien aus dem gesamten Bundesgebiet. Als Familien, ehelos Lebende und Singles geben wir dem Glauben an Jesus Christus einen neuen Ausdruck."

Kein Gespächsbedarf

Eine Anfrage des bischöflichen Beauftragten für die geistlichen Gemeinschaften, Wolfgang Hartmann, um einen Gesprächstermin sei seitens der Gemeinschaft mit der Begründung abgelehnt worden, dass kein Gesprächsbedarf bestehe.

Bischof Michael Gerber / © Angelika Zinzow (KNA)
Bischof Michael Gerber / © Angelika Zinzow ( KNA )

"Somit ist die Gemeinschaft nicht mehr bloß nicht anerkannt, sondern hat darüber hinaus einen Akt der Distanzierung von der Kirche gesetzt", so der Bischof. Zudem sei in der Vergangenheit in den Räumlichkeiten der Gemeinschaft "wiederholt ohne Zustimmung der zuständigen Autoritäten das Sakrament der Taufe gespendet" worden.

Als Bischof habe er darüber zu wachen, dass sich bezogen auf die Feier der Sakramente "kein Missbrauch in die kirchliche Ordnung einschleicht", betonte Gerber.

Kein geeigneter Ort katholischer Liturgie

Er sei zu dem Schluss gekommen, dass die Räumlichkeiten der Gemeinschaft kein geeigneter Ort katholischer Liturgie sein könnten: "Hierdurch würde eine Kirchlichkeit der Gemeinschaft Geist und Sendung suggeriert, die tatsächlich nicht gegeben ist." Ein fortgesetztes Feiern der Liturgie dort würde "Verwirrung und Unsicherheit" bei den Gläubigen der Diözese Fulda hinsichtlich des Status der Gemeinschaft stiften.

Das Bistum Fulda

Der Fuldaer Dom begrüßt die deutschen Bischöfe. / © Ingo Brüggenjürgen (DR)
Der Fuldaer Dom begrüßt die deutschen Bischöfe. / © Ingo Brüggenjürgen ( DR )

Bischof Dr. Gerber ist der 97. Oberhirte seit dem heiligen Sturmius und der 18. Bischof von Fulda seit der Bistumsgründung im Jahr 1752. Er übernimmt eine Diözese mit 389.840 Katholiken (Stand: 31. Dezember 2017) bei einer Gesamtbevölkerung von 1.720.203 Menschen. Das Bistum Fulda erstreckt sich vom nordhessischen Bad Karlshafen bis in den Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim und von der Universitätsstadt Marburg in Oberhessen bis nach Geisa im Thüringer Land auf einer Fläche von 10.318 Quadratkilometern.

Quelle:
KNA