Bischof Ackermann lädt zu Heilig-Rock-Tagen 2024 in Trier

"Jeder Mensch ist wichtig"

Ein Festival für Alle soll die 24. Auflage des Bistumsfestes in Trier sein. Im Herzen einer der ältesten Städte in Deutschland feiern im April Zehntausende Menschen unter dem Motto "Mit dir" das gesellschaftliche Zusammenleben.

Autor/in:
Matthias Jöran Berntsen
Der Heilig-Rock-Schrein im Trierer Dom / © Wolfgang Radtke (KNA)
Der Heilig-Rock-Schrein im Trierer Dom / © Wolfgang Radtke ( KNA )

"Mit Dir" lautet in diesem Jahr das biblische Leitwort des größten kirchlichen Festes im Bistum Trier. Vom 12. bis 21. April finden dort die Heilig-Rock-Tage statt. Das Fest nimmt auch Bezug auf Themen wie Rassismus und queere Lebensformen, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. 

Geplant sind für die rund 30.000 erwarteten Gäste und Teilnehmer zahlreiche geistliche und gesellschaftliche Angebote, kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Führungen sowie Formate für Kinder und Jugendliche.

Isabell Krohn, künstlerische Leiterin, und Dario Tumminelli, Veranstaltungsleiter der "Heilig-Rock-Tage" vor dem Trierer Dom / © Matthias Jöran Berntsen (KNA)
Isabell Krohn, künstlerische Leiterin, und Dario Tumminelli, Veranstaltungsleiter der "Heilig-Rock-Tage" vor dem Trierer Dom / © Matthias Jöran Berntsen ( KNA )

Unter Jesu Gewand

Traditionell feiert die Diözese die Heilig-Rock-Tage zwei Wochen nach Ostern. Der Name leitet sich von einer im Dom aufbewahrten Tunika her. Dieser Heilige Rock gilt nach einer Überlieferung als Gewand Jesu. Während des inzwischen 24. Bistumsfestes wird daher auch die Heilig-Rock-Kapelle im Ostchor des Trierer Domes mit dem Schrein, der die historische Tunika enthält, geöffnet sein. Gäste kommen dafür aus ganz Deutschland an die Mosel.

Das Fest biete einen Mix aus geistlichem Leben und Kultur. "Jeder Mensch ist wichtig. Das bildet das Motto 'Mit Dir' ab", sagte Dario Tumminelli, der erstmals für die Veranstaltungsleitung verantwortlich ist. 

"Wir bilden Inklusion ab und wir bieten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Internet Übertragungen an", betonte der 32-Jährige. Es werde auch einen ökumenischen Gottesdienst des "Arbeitskreises Queer" mit Bischof Stephan Ackermann geben. Das Motto dieser Messe laute "Unter Gottes Himmel haben alle Platz". 

Wechselndes Programm

Die künstlerische Leiterin Isabell Krohn kündigte ein allabendliches Programm mit wechselnden Schwerpunkten an. Neben zahlreichen Konzerten solle es auch einen sogenannten Slam geben, bei dem Künstler mit gesprochenen Worten und Reimen das Publikum unterhalten. 1.000 Kirchenmusiker wirken am Kirchenmusik-Tag mit; auch ein spezielles Angebot des Dankes für die "Blaulicht-Familie" – Vertreter aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei – soll es geben. 

Dieses Format wurde nach der Amokfahrt eines Trierers durch die Innenstadt im Dezember 2020 geschaffen und ist eine jährliche Geste des Dankes an Einsatzkräfte.

Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Zeichen gegen Ausgrenzung 

Politisch wird die aktuelle Debatte um den Rechtsextremismus in Deutschland aufgegriffen. In der Ausstellung "Wir gegen Rassismus" zeigen 250 Porträtierte persönlichen Einsatz für gesellschaftliche Vielfalt. Als Begegnungsstätte für Menschen mit verschiedenen biografischen Hintergründen wird es ein "Cafe International" geben. 

Auch Triers Bischof Stephan Ackermann betont das Miteinander in seiner Einladung: "Was Menschen Großartiges bewegen können, wenn sie sich zusammenschließen und nicht als Einzelkämpfer unterwegs sind, merken wir in verschiedenen Situationen jeden Tag."

 Im beruflichen Alltag, bei jenen, die für Sicherheit und Gesundheit sorgen oder in ehrenamtlichen Gruppierungen, Vereinen und Verbänden, sei stets der Team-Gedanke leitend. "Überhaupt können wir uns ein menschliches Leben ohne Miteinander nicht vorstellen", so der Bischof.

Quelle:
KNA