Bischöfe reisen zum Blick in die Zukunft in die Niederlande

Religion in säkularer Gesellschaft

Neun deutsche Bischöfe haben eine Reise in die Niederlande unternommen. Sie konnten dort etwas besichtigen, das auch auf die deutsche Gesellschaft zukommen kann. Denn im Nachbarland schreitet die Säkularisierung weiter voran.

Utrecht in den Niederlanden / © Madrugada Verde (shutterstock)
Utrecht in den Niederlanden / © Madrugada Verde ( shutterstock )

Die Niederlande können nach Worten des Mainzer katholischen Bischofs Peter Kohlgraf eine Ahnung davon geben, was in einer weltlicher werdenden Gesellschaft auch auf Deutschland zukommt.

Die Pastoralkommission mit Mitgliedern und Beratern in Utrecht mit dem Erzbischof von Utrecht, Kardinal Willem Jacobus Eijk (Mitte) (DBK)
Die Pastoralkommission mit Mitgliedern und Beratern in Utrecht mit dem Erzbischof von Utrecht, Kardinal Willem Jacobus Eijk (Mitte) / ( DBK )

Kohlgraf ist Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, die am Freitag eine Reise in die Niederlande beendet hat.

"Ziel unserer Reise war zu sehen, zu hören und zu lernen, welche Erfahrungen die Niederländer mit kirchlichen Transformationsprozessen in einer säkularen Gesellschaft machen. Die Niederlande geben uns vielleicht eine Ahnung, was auch auf die Kirche in Deutschland zukommen wird", so Kohlgraf.

Blick auf die Basilika St. Nikolaus in Amsterdam / © ColorMaker (shutterstock)
Blick auf die Basilika St. Nikolaus in Amsterdam / © ColorMaker ( shutterstock )

"Wir haben eine große Vielfalt unterschiedlicher Weisen gesehen, wie die christlichen Gemeinschaften auf eine nachchristliche Gesellschaft reagieren, wie sie in ihr leben und sich zu ihr positionieren. Und es gibt viele Punkte, besonders zum Thema Synodalität, die mich zum Nachdenken angeregt haben", betonte der Bischof.

Grenzen der Vergleichbarkeit

Ihm sei zugleich bewusst geworden, wo wegen der unterschiedlichen Geschichten und kulturellen Hintergründe Grenzen der Vergleichbarkeit lägen. Die Erfahrungen aus der Reise sollen den Angaben zufolge in die Arbeit der Pastoralkommission einfließen.

Prof. Dr. Jan Loffeld (privat)
Prof. Dr. Jan Loffeld / ( privat )

An der Reise, die am Montag gestartet war, nahmen demnach neun Bischöfe sowie elf Beraterinnen und Berater teil. Die Kommission befasst sich mit Seelsorge, Verkündigung und Gemeindeentwicklung.

"Die Säkularisierung ist in den Niederlanden noch weiter fortgeschritten als in Deutschland", so der Utrechter Pastoraltheologe Jan Loffeld, der auch Berater der Pastoralkommission ist. "Dies schlägt sich aber auch in der Mentalität und Kultur der Niederländer nieder. Daneben sind aber auch immer wieder Spuren des Religiösen und Aufbrüche des Glaubens zu entdecken - und oft dort, wo man es nicht erwartet."

Säkularisierung

In früheren Jahrhunderten war die Weltanschauung der Menschen stark an die Religion und die Kirche gebunden. Deren Gebote und Verbote schrieben vor, wie die Menschen zu leben hatten. Erst als die geistige Bewegung der Aufklärung Ende des 17. Jahrhunderts in Europa entstand, setzte eine "Verweltlichung", eine Abwendung von Religion und Kirche ein. Das aus dem Lateinischen kommende Wort "Säkularisierung" beschreibt diesen Prozess.

Atheismus / © Wolphgang (shutterstock)
Quelle:
KNA