Bischöfe machen auf Flucht und Vertreibung aufmerksam

Viele Traumata

Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben zum Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung auf die Folgen für Betroffenen aufmerksam gemacht. Aufgabe der Kirche sei es, solches Unrecht zu verhindern, so Weihbischof Hauke.

Flüchtlingscamp für Geflüchtete aus Afghanistan / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Flüchtlingscamp für Geflüchtete aus Afghanistan / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Flucht und Vertreibung bedeuteten immer Entwurzelung; traumatische Erfahrungen wirkten bis in nachfolgende Generationen nach, erklärte der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge, Weihbischof Reinhard Hauke, am Montag in Bonn. Er äußerte sich zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, der 2015 erstmals durch die Bundesregierung festgeschrieben wurde.

Schicksale nicht vergessen

Hauke erinnerte an die Millionen Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten. "Der heutige Gedenktag soll allen Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands helfen, die Schicksale nicht zu vergessen, auch wenn sie schon fast drei Generationen zurückliegen." Zugleich zeige heutzutage das Schicksal ukrainischer Flüchtlinge, dass auch heute Menschen alles aufgeben müssten, um zu überleben.

Weihbischof Reinhard Hauke / © Dominik Wolf (KNA)
Weihbischof Reinhard Hauke / © Dominik Wolf ( KNA )

"Unsere Aufgabe als Kirche und Staat muss es sein, solches Unrecht zu verhindern", so der Erfurter Weihbischof. Dazu helfe auch schon das Gedenken an früheres Leid durch Gedenkorte wie das neu eröffnete 'Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung' in Berlin und Gespräche mit inzwischen hochbetagten Betroffenen.

Menschenrechtsbeauftragte kritisiert schleppende Afghanistan-Hilfe

Die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik, Luise Amtsberg, hat am Internationalen Weltflüchtlingstag Selbstkritik an der unzureichenden Unterstützung der Ampel-Koalition für die Menschen in Afghanistan geübt. "Ich bin sehr froh, dass Ortskräfte und gefährdete Personen weiter aus Afghanistan evakuiert werden", teilte die Bundestagsabgeordnete der Grünen am Montag in Berlin mit. Es sei aber bisher nicht gelungen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, ein humanitäres Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan aufzulegen.

Flüchtlingscamp für Geflüchtete aus Afghanistan / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Quelle:
KNA