Bischöfe kritisieren Idee der Abgeordneten zur Organspende

Schweigen ist keine Zustimmung

Organspende wird Thema im Bundestag. Manche Abgeordnete plädieren dafür, dass jeder Erwachsene als Organspender gilt, sofern er nicht widerspricht. Andere halten das für verfassungswidrig. Auch die Kirche ist dagegen.

Ausfüllen eines Organspendeausweises / © Julia Steinbrecht (KNA)
Ausfüllen eines Organspendeausweises / © Julia Steinbrecht ( KNA )

In der Debatte um eine Neuregelung der Organspende wenden sich die katholischen Bischöfe gegen eine Widerspruchsregelung. Der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, warb am Donnerstag in Bonn dafür, an der bestehenden Zustimmungsregelung festzuhalten und diese gezielt weiterzuentwickeln.

Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird an einem OP-Saal vorbei getragen.  / © Soeren Stache (dpa)
Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird an einem OP-Saal vorbei getragen. / © Soeren Stache ( dpa )

Bei der Widerspruchsregelung würde künftig jeder Bürger grundsätzlich als Organspender gelten, der dem nicht widersprochen hat. Eine parteiübergreifende Gruppe von Bundestagsabgeordneten hatte dazu am Donnerstag einen Gesetzentwurf vorgestellt. Derzeit ist eine Organentnahme nur zulässig, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat.

Freiwilligkeit sichern

Kopp betonte, die katholische Kirche unterstütze das Anliegen, die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Eine Widerspruchsregelung würde aber den Charakter der Freiwilligkeit schwächen. Schweigen dürfe nicht als Zustimmung gewertet werden. Die Organspende müsse so geregelt werden, dass die bestehende hohe Zustimmung zur Organspende in der Bevölkerung zu konkreten und informierten Entscheidungen führe. Notwendig seien eine niedrigschwellige Information der Menschen und Hinweise darauf, dass die persönliche Entscheidung für oder gegen eine Spende dokumentiert werden könne. Wichtig sei auch der Ausbau des Vertrauens in die medizinischen Strukturen der Organspende.

Der Sprecher fügte hinzu, die katholische Kirche sei gerne bereit, zur Förderung der Organspendebereitschaft in Deutschland durch Aufklärungsarbeit, Kommunikation und Betonung ethischer Werte noch stärker beizutragen.

Wichtige Begriffe zur Organspende

Knapp 8.400 Patienten warten derzeit verzweifelt auf ein Spenderorgan. Doch die Spendenbereitschaft in Deutschland bleibt niedrig. Deshalb wollen mehrere Bundestagsabgeordnete die Regeln zur Organentnahme ändern.

Organspendeausweis / © Ralf Geithe (shutterstock)
Quelle:
KNA