Führende katholische Geistliche in der Golfregion haben eindringlich zu Deeskalation, Umsicht und Gebet aufgerufen.
Nach der militärischen Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran und iranischen Gegenangriffen in mehreren Staaten der Region zeigten sie sich besorgt um die Sicherheit ihrer Gläubigen. Zudem warnten sie vor einer weiteren Gewaltspirale.
"Alle Aktivitäten eingestellt"
Die Apostolischen Vikare von Nord- und Südarabien appellierten an die Gläubigen, Ruhe zu bewahren und die staatlichen Sicherheitsanweisungen zu beachten. Zugleich habe man "alle Aktivitäten eingestellt", erklärte Bischof Aldo Berardi aus Nordarabien gegenüber der Nachrichtenagentur Fides.
Zu seinem Vikariat gehören Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien. Zuvor hatte der Iran als Reaktion Ziele in mehreren dieser Staaten angegriffen. Deshalb wies Berardi alle Geistlichen an, besonders ältere, kranke und vulnerable Menschen im Blick zu behalten.
Warnung vor langfristigen Folgen
Ähnlich appellierte Bischof Paolo Martinelli aus Südarabien an die Gläubigen, die Anweisungen der Behörden zu befolgen. "Vor allem ist es jetzt wichtig, dass wir im Gebet für den Frieden vereint bleiben", betonte er laut einer Erklärung vom Samstag.
Sein Vikariat umfasst die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und den Jemen. In den Golfstaaten lebt eine große Zahl katholischer Arbeitsmigranten, vor allem aus Asien.
Mahnende Worte kamen auch aus dem Irak. Vor den langfristigen Folgen einer erneuten militärischen Eskalation warnte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda. Jede Eskalation reiße alte Verletzungen wieder auf. "Der Nahe Osten braucht keinen weiteren Krieg", betonte er.