Bethlehem und Ramallah streiten um Weihnachtsaufmerksamkeit

Ein Missverständnis?

Bethlehem und Ramallah streiten um die Führungsrolle zum Weihnachtsfest. Die palästinensische Behörde sagte eine ursprünglich für Donnerstag angekündigte Pressekonferenz zu den bevorstehenden Weihnachtsfeierlichkeiten ab.

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (hinten Mitte), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, bei der Prozession zum Krippenplatz vor der Geburtskirche am Heiligabend, dem 24. Dezember 2021 in Bethlehem. / © Andrea Krogmann (KNA)
Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (hinten Mitte), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, bei der Prozession zum Krippenplatz vor der Geburtskirche am Heiligabend, dem 24. Dezember 2021 in Bethlehem. / © Andrea Krogmann ( KNA )

Vertreter der Christen und die Stadt Bethlehem hatten ihr demnach Kompetenzüberschreitung vorgeworfen. Bethlehem verwies in einer Mitteilung auf sein angestammtes Recht, den medialen Auftakt für die Feiern zu machen.

"Der Gemeinderat von Bethlehem weist Versuche entschieden zurück, die Legitimität und das historische Recht Bethlehems zu untergraben, als Geburtsort Jesu die Weihnachtsfeierlichkeiten zu organisieren und abzuhalten", heißt es in der Erklärung. Bereits vergangene Woche hatte Bethlehem für Samstag (26. November) zur traditionellen Pressekonferenz für die Weihnachtszeit eingeladen.

Das Komitee für Kirchenangelegenheiten bei der Palästinenserbehörde sprach laut dem jordanischen christlichen Portal Milh il-Ard (Salz der Erde) von einem Missverständnis. Zuvor hatte es laut örtlichen Medien und Sozialen Netzwerken Proteste von Christen in Bethlehem gegeben. Sie warfen der politischen Führung vor, sie wolle die Aufmerksamkeit vor Weihnachten von Bethlehem nach Ramallah lenken.

Christen im Heiligen Land

Die Christen sind im Heiligen Land eine kleine Minderheit. Genaue Zahlen sind schwer zu benennen, auch angesichts des Wegzugs vieler Christen in den vergangenen Jahren. In Israel sind es rund zwei Prozent von rund 8,7 Millionen Bürgern; viele von ihnen sind Araber.

Ordensschwestern in Jerusalem / © Andrea Krogmann (KNA)
Ordensschwestern in Jerusalem / © Andrea Krogmann ( KNA )

Quelle:
KNA