Caritas will Wohnungslosigkeit entschiedener bekämpfen

Besorgter Blick auf Herbst und Winter

Mehr Einsatz gegen Wohnungslosigkeit verlangen der Deutsche Caritasverband und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe von der Politik. Sie befürchten einen Anstieg der Problematik.

Wohnungsloser auf der Straße / © bigmikephoto (shutterstock)
Wohnungsloser auf der Straße / © bigmikephoto ( shutterstock )

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie äußerten sich die Verbände am Dienstag in Berlin besorgt mit Blick auf den bevorstehenden Herbst und Winter. Sie befürchten einen Anstieg der Wohnungslosigkeit. Zudem könnten die Angebote für wohnungslose Menschen wegen Abstandsregeln und Platzmangel nicht ausreichen.

Den Angaben zufolge leben derzeit über eine halbe Million Menschen in Deutschland ohne dauerhafte eigene Wohnung. Es sei zu befürchten, dass diese Zahl angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise steige.

Unterkünfte haben eingeschränkte Aufnahmekapazitäten

Für nicht wenige Haushalte, bei denen etwa Kurzarbeit anstehe oder der Job bedroht sei, sei die Zahlung der Miete ein Kraftakt oder gar unmöglich geworden. Gleichzeitig erschwere die Corona-Pandemie die Betreuung wohnungsloser Menschen.

Die Unterkünfte und Aufenthaltsorte müssten wegen Sicherheitsabständen und Hygieneregeln ihre Aufnahmekapazitäten einschränken und nicht alle Angebote, etwa der medizinischen Versorgung, könnten wie gewohnt stattfinden.

Kritik an der Politik

"Wohnen ist ein Grundrecht. Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit sind zentrale gesellschaftliche Probleme, gegen welche die Politik nicht entschieden genug eingreift", beklagte Caritas-Präsident Peter Neher.

"Unsere langjährigen Forderungen, zum Beispiel einer sozialen Bindung von 30 Prozent aller Neubauwohnungen, bekommen dieses Jahr durch Corona und die Wirtschaftskrise eine neue Dringlichkeit."

Einrichtungen brauchen finanzielle Absicherung

Die Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin und Vorsitzende der KAG W. Ulrike Kostka, forderte mehr Ressourcen für die Wohnungslosenhilfe.

"Die Einrichtungen brauchen eine finanzielle Absicherung und vor allem zusätzliche Räume, um in der kalten Jahreszeit den Menschen ohne Wohnung ein Dach über dem Kopf anbieten zu können - für die Nacht, aber auch zumindest für einige Stunden am Tag", sagte Kostka.

Quelle:
KNA