Benediktiner Notker Wolf starb in Frankfurter Flughafenhotel

Tod durch Herzinfarkt

Die Erzabtei Sankt Ottilien hat am Donnerstag nähere Todesumstände ihres bekannten Mitglieds Notker Wolf bekannt gegeben. Der Ordensmann starb demnach bereits am späten Abend des 2. April im Flughafenhotel von Frankfurt am Main.

St. Leonhard in Frankfurt am Main vor den Hochhäusern der Stadt / © geogif (shutterstock)
St. Leonhard in Frankfurt am Main vor den Hochhäusern der Stadt / © geogif ( shutterstock )

Der 83-Jährige hatte seit Ostermontag eine Pilgerreise auf den Spuren des heiligen Benedikt in Italien begleitet. Als er sich zunehmend unwohl gefühlt habe, sei er vorzeitig heimgeflogen. Bei der Übernachtung in Frankfurt sei er einem Herzinfarkt erlegen.

Einer der bekanntesten deutschen Kirchenmänner

Wolf war 16 Jahre als Abtprimas in Rom Chef des weltweiten Benediktinerordens. Durch Bücher und zahlreiche Medienauftritte avancierte er zu einem der bekanntesten deutschen Kirchenmänner. Von 1977 an leitete er 23 Jahre lang sein Heimatkloster.

Der von Sankt Ottilien veröffentlichte Nachruf hebt hervor, dass Wolf als Leiter "einen eher hierarchischen Stil in horizontale Umgangsformen überführt" habe. Erneuerungsprozesse wie die Schließung nicht mehr haltbarer Klosterbetriebe habe er durch die umfassende Einbeziehung der Gemeinschaft begleitet, "so dass es wenig Konflikte gab".

Geschichte von Sankt Ottilien

Im Jahre 1884 gründete der Beuroner Benediktiner P. Andreas Amrhein im oberpfälzischen Reichenbach eine Gemeinschaft, die nach mittelalterlichem Vorbild das traditionelle benediktinische Leben mit der Missionstätigkeit verbunden wollte. Reichenbach war geographisch wenig günstig, und da überdies der Bischof von Regensburg Amrhein bekämpfte, wurde die Gründung 1887 nach Emming in Oberbayern verlegt. Der alte Weiler besaß eine kleine Kapelle, die der hl. Ottilia geweiht ist, so daß der Name des Klosters sofort feststand: St. Ottilien.

Erzabtei Sankt Ottilien / © klamor (shutterstock)

 

Quelle:
KNA