Benedikt XVI. sichert Masterstudium Kinderschutz Unterstützung zu

Geistlicher Beistand

Geistlicher Zuspruch zum Start: Zur Eröffnung eines neuen Master-Studiengangs für Kinderschutz an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom hat Benedikt XVI. dem Projekt seine Unterstützung und sein Gebet zugesichert.

Papst Benedikt XVI. / © Michael Kappeler (dpa)
Papst Benedikt XVI. / © Michael Kappeler ( dpa )

Er "unterstütze den Einsatz, um den Schutz von Minderjährigen in der Kirche wie der ganzen Gesellschaft voranzubringen", heißt es in dem Brief an den Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana, Hans Zollner. Der Psychologe und Theologe präsentierte das Schreiben des emeritierten Papstes bei dem Eröffnungsfestakt am Freitag in Rom.

Master-Studiengang zum Kinderschutz an Päpstlicher Uni eröffnet

Bei einem Festakt zur Eröffnung des neuen Master-Studiengangs am Freitag sagte Kardinal Reinhard Marx, insbesondere öffentlicher Druck von außen zwinge die Kirche zum Umdenken. Neben dem Blick auf einzelne Verantwortliche für Missbrauch schaue die Wissenschaft zunehmend auf systemische Faktoren, die Missbrauch und Vertuschung begünstigen, so der Münchner Erzbischof.

Dem müsse die Kirche sich stellen, betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in seinem Eröffnungsvortrag.

Das Programm "Safeguarding of Minors" dauert vier Semester und ist interdisziplinär gestaltet. Es richtet sich an jene, die weltweit im kirchlichen Bereich für Kinderschutz verantwortlich sind. Angesiedelt ist der neue Studiengang am Zentrum für Kinderschutz (CCP) der Gregoriana, das von dem deutschen Psychologen und Theologen Hans Zollner geleitet wird.

Nach Aussage Zollners sind derzeit sieben Studierende eingeschrieben. Die Zahl solle später auf zwölf erhöht werden. Insgesamt biete die Universität derzeit 24 Plätze für den bereits bestehenden Diplom-Studiengang sowie für das neue Master-Programm.

Programme zum Kinderschutz

Elizabeth Letourneau, Psychologin von der John Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore (USA), berichtete von Programmen zum Kinderschutz, die ihr Institut mit dem CCP erarbeite. Auch wenn Kinderschutz vor sexuellem Missbrauch heute vielfach noch ungewohnt erscheine, so werde er in einigen Jahren so selbstverständlich sein wie andere Schutzmaßnahmen wie etwa Gummihandschuhe, Sicherheitsgurte oder Impfungen für Kinder.

Das Kinderschutzzentrum wurde im Januar 2012 von der Universität Gregoriana zusammen mit der Erzdiözese München und Freising sowie der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm gegründet. Nach einer dreijährigen Pilotphase bis 2014 wurde der Sitz der Einrichtung von München nach Rom verlegt.

So gibt es am CCP unter anderem ein E-Learning-Programm, das weltweit in verschiedenen Sprachen zur Schulung eingesetzt wird. Das Zentrum arbeite inzwischen mit 56 Partnerinstitutionen in 30 Ländern zusammen, so Zollner. In all diesen Programmen seien mittlerweile rund 1500 Verantwortliche für Kinderschutz ausgebildet worden.

Kardinal Reinhard Marx / © Markus Nowak (KNA)
Kardinal Reinhard Marx / © Markus Nowak ( KNA )
Hans Zollner / © Romano Siciliani (KNA)
Hans Zollner / © Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA