Darin werden Wiederbelebungsversuche bei toten Frühgeborenen auch im Fall therapeutischer Abtreibungen gefordert - notfalls gegen den Willen der Mutter. Vertreter der Linksparteien lehnten dagegen eine Änderung des bestehenden Abtreibungsparagrafen 194 ab.
Es wäre "unsinnig und grausam", einen Fötus gegen den Willen der Mutter wiederbeleben zu wollen, sagte Gesundheitsministerin Livia Turco der Zeitung "La Repubblica" (Montag). Parlamentspräsident Fausto Bertinotti zollte dem Papst Respekt, äußerte aber auch Distanz.
Gynäkologen-Dokument
Gynäkologen von vier römischen Kliniken hatten in einer gemeinsamen Erklärung vom Wochenende betont, vom Moment der Geburt an verlange das Gesetz volles Recht auf Leben und damit auf medizinische Unterstützung. Das gelte auch für Spätabtreibungen aus therapeutischen Gründen, die in Italien bei Gefahr für das Leben der Mutter auch nach der 22. Schwangerschaftswoche straffrei sind.
Eine Wiederbelebung nach der Geburt schaffe die notwendige Zeit, um die klinischen Bedingungen genauer zu klären, gaben die Ärzte zu bedenken. Sollten therapeutischen Bemühungen nicht anschlagen, sollte man auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichten, so die Unterzeichner.
Kurienkardinal plant weltweite Anti-Abtreibungs-Kampagne
Vergangene Woche hatte Kurienkardinal Alfonso Lopez Trujillo angekündigt, mit einer weltweiten Kampagnen-Tour Staatsführer für die Aussetzung von Abtreibungen gewinnen zu wolllen.
Er wolle ein internationales Moratorium ähnlich wie die UN-Resolution gegen die Todesstrafe erreichen, sagte der Präsident des Päpstlichen Familienrates im Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Repubblica".
Benedikt-Appell beim Angelus - Bezug zu Gynäkologen-Dokument
Papst entfacht neue Abtreibungs-Debatte
Eine neue Debatte zur Abtreibung in Italien hat der Appell von Papst Benedikt XVI. für einen wirksamen Lebensschutz von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ausgelöst. Zum von der Bischofskonferenz organisierten "Tag des Lebens" hatte das Kirchenoberhaupt am Sonntag gefordert, das menschliche Leben zu respektiven, zu schützen und zu fördern, insbesondere wenn es zerbrechlich sei und besondere Pflege und Zuwendung brauche. Beobachter sahen darin einen indirekten Bezug zu einem Gynäkologen-Dokument vom Wochenende.
Share on