Nach Kritik an der Zerstörung von Jesus- und Marienfiguren haben sich zwei Moderatoren des flämischen Radiosenders Studio Brussel entschuldigt.
Sie hatten zum "Blue Monday" ein Video mit der Zerstörung einiger Gegenstände, darunter auch zweier Heiligenfiguren, veröffentlicht. Der dritte Montag im Januar wird als "Blue Monday" bezeichnet und gilt als der deprimierendste Tag des Jahres – ausgelöst durch kaltes Wetter, gescheiterte Neujahrsvorsätze und finanzielle Sorgen nach Weihnachten.
Wie lokale Medien am Dienstag berichteten, erklärten die Moderatoren Eva De Roo und Dries Lenaerts, in ihrem Video zu diesem Tag seien nur bereits beschädigte Objekte zu sehen, die in einer Art "Wut-Raum" zerschlagen wurden. Belgien sei zudem heute weniger katholisch geprägt. Symbole anderer Religionen hätten sie nicht zerstört.
"Wir sind alle mit katholischen Traditionen aufgewachsen, deshalb ist das Zerschlagen einer Jesus-Statue auch eine Art, uns selbst auf die Schippe zu nehmen", sagte De Roo. "Aber wir sind weder muslimisch noch jüdisch, und etwas aus einer anderen Religion zu zerstören, fühlt sich falsch an." Sie räumte ein, der Beitrag sei nicht ausreichend durchdacht gewesen.
Kritik aus dem Ministerium
Produzent Sam De Bruyn sagte: "Wir tun manchmal Dinge, ohne nachzudenken. Wenn uns dann jemand sagt, dass es unangebracht war, wird das für uns zum Thema, um es zu besprechen und einzuordnen." Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk VRT sprach von einer Fehleinschätzung. Man habe unterschätzt, wie sensibel religiöse Symbole seien.
Die flämische Medienministerin Cieltje Van Achter nannte den Clip "schmerzhaft". Redaktionelle Freiheit entbinde nicht von Verantwortung und Respekt. Zugleich müsse es möglich sein, über Religionen zu lachen.
Auf den offiziellen Seiten des Senders ist das Video mittlerweile nicht mehr aufrufbar. Auf einer Facebook-Seite, die den Namen der Moderation trägt, war das Video am Mittwoch noch abrufbar.