Bayern ernennt Prozessionen und Kirchfeste zu Kulturerbe

Heimat und Identität

Kirchweihen, Krippen und besondere Wallfahrten: Einige religiöse Traditionen haben nun ihren Platz in den bayerischen Kulturerbe-Highlights bekommen. Insgesamt wurden weitere 19 kulturelle Ausdrucksformen aufgenommen.

Eine Frau und ein Mädchen im Dirndl sitzen in einer Kirchenbank während der Messe mit Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt / © Wolfgang Lehner (KNA)
Eine Frau und ein Mädchen im Dirndl sitzen in einer Kirchenbank während der Messe mit Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt / © Wolfgang Lehner ( KNA )

Das Bayerische Landesverzeichnis für Immaterielles Kulturerbe wächst weiter – samt religiösen Bezügen. Der Ministerrat beschloss am Dienstag in München auf Empfehlung eines Expertengremiums die Aufnahme von weiteren 19 kulturellen Ausdrucksformen. Damit steigen die Eintragungen auf insgesamt 103 an.

So fand das Sankt-Anna-Fest in Staucharting im Landkreis München Aufnahme. Jährlich am 26. Juli kommen Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus Sauerlach zu Fuß oder mit Pferden zu der drei Kilometer entfernten, 1692/93 errichteten Waldkapelle im Deisenhofener Forst. 

Nach dem Festgottesdienst folgt die Segnung der Pferde, Gespanne und Vereinsgruppen auf Wagen. Gleichfalls dazugekommen ist die Krippentradition in Tirschenreuth. Deren regionaltypisch in drei Ebenen gestalteten Krippenberge werden in der Weihnachtszeit in Familien, kirchlichen und städtischen Einrichtungen sowie im Museum aufgestellt.

Schon jetzt weithin bekannt ist die seit 1656/57 belegte Lohrer Karfreitagsprozession im Landkreis Main-Spessart. Sie findet jährlich als stummer Zug, nur begleitet vom Schlag einer großen Trommel, am Karfreitag statt. Das Heilig-Blut-Fest in Burgwindheim im Landkreis Bamberg wiederum ist berühmt für seine Blumenteppiche und besonderen Altäre. Das Fest geht auf ein legendenhaftes und als Wunder interpretiertes Ereignis bei der Fronleichnamsprozession 1465 zurück.

Weitere Aufnahmen

Ebenfalls hinzugekommen sind unter anderem der handwerkliche Geigenbau und Streichbogenbau, das Varieté-Theater "Auf geht's zum Schichtl" auf dem Münchner Oktoberfest, die Erlanger Bergkirchweih sowie die Ansbacher Rokoko-Festspiele. Mit dabei auch der Hopfenanbau sowie die Alm- und Alpwirtschaft.

Das immaterielle Kulturerbe Bayerns symbolisiere Heimat und vermittle ein Gefühl von Identität, Zugehörigkeit und Gemeinschaft, erklärte Heimatminister Albert Füracker (CSU). "Diesen Reichtum unseres Landes an verschiedenen Traditionen und Bräuchen in der Gegenwart zu erhalten und in die Zukunft zu tragen, haben sich viele Menschen im Freistaat mit großem Engagement zur Aufgabe gemacht." Der Minister dankte allen Engagierten, die sich aktiv an der Pflege, Weiterentwicklung und Weitergabe des kulturellen Erbes beteiligten.

Erzbistum München und Freising

Um das Jahr 724 kam der Heilige Korbinian aus Arpajon bei Paris als Wanderbischof nach Freising und predigte in Altbayern den christlichen Glauben. Er ist der geistliche Vater des Bistums Freising und des Erzbistums München und Freising. 739 wurde das Bistum Freising errichtet und entwickelte sich in der Folge zum kulturellen Zentrums Altbayerns. 

Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo (shutterstock)
Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo ( shutterstock )
Quelle:
KNA