Basilika San Marco in Venedig bekommt Hochwasserschutz

Nasse Füße im Markusdom

Über die Hälfte des Jahres nagt das Hochwasser an den Mauern der Basilika San Marco in Venedig und die Vorhalle verwandelt sich in ein kleines Schwimmbecken. Ein Problem, das die Dombauhütte jetzt angehen möchte.

 (DR)

Die Basilika San Marco in Venedig soll vor regelmäßigen Hochwassern besser geschützt werden. Geplant ist, die unterirdischen Abflussrohre unter dem Atrium mit automatischen Ventilen auszustatten, um das Einströmen von Wasser durch die Kanalisation zu verhindern. San Marco, eine der Attraktionen der Lagunenstadt, sei im Durchschnitt mehr als 200 Tage oder 900 Stunden pro Jahr von Hochwasser betroffen, erläuterte ein Fachmann der Dombauhütte am Freitag auf Anfrage. Mit der neuen Technik solle das Atrium bis zu einem Pegel von 85 Zentimeter über Normalnull trocken bleiben.

Das Problem der häufigen Überflutungen komme durch normale Schwankungen des Wasserstands in der Lagune zustande und betreffe nur den tiefer gelegenen Eingangsbereich der Basilika, betonte der zuständige Ingenieur Pierpaolo Campostrini. Dabei verwandle sich die Vorhalle regelmäßig in ein "kleines Schwimmbecken". Auf die Dauer schade dies dem Mauerwerk, das aus wasserabsorbierenden Ziegeln besteht.

Aus öffentlichen Mitteln finanziert

Nachdem in den vergangenen Monaten Regenabflusslöcher im Boden mit Schraubverschlüssen ausgerüstet wurden, sollen jetzt an fünf Stellen Spezialventile in die Zugänge zur Kanalisation eingebaut werden. Die Maßnahmen kosten nach Angaben Campostrinis 2,2 Millionen Euro und werden aus öffentlichen Mitteln finanziert. Für die Arbeiten, die am 14. Mai beginnen sollen, sind sechs Monate veranschlagt. Eine besondere Beeinträchtigung des Besucherverkehrs werde es nicht geben, sagte Campostrini.

Während die neue Technik San Marco die meisten Tage im Jahr trocken halten soll, ist bei einem Pegel ab 85 Zentimeter Schluss: Dann schwappe das Wasser vom Markusplatz über die Eingangsstufen in die Kirche, sagte Campostrini. Das Sturmflut-Sperrwerk "MO.S.E", das die Lagunenstadt künftig vor Hochwassern schützen soll, greift erst ab der Marke von 110 Zentimetern.

Quelle:
KNA