Bätzing spricht mit Kanzler über ukrainische Flüchtlinge

Antrittsbesuch in Berlin

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat sich mit Bundeskanzler Olaf Scholz über die Situation ukrainischer Flüchtlinge ausgetauscht. Zuvor hatte Bätzing Bundesinnenministerin Nancy Faeser getroffen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing / © Nicolas Armer (dpa)
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing / © Nicolas Armer ( dpa )

Wie die Bischofskonferenz im Anschluss an die gut eineinhalbstündige Unterredung in Berlin mitteilte, konnte der Limburger Bischof bei seinem Antrittsbesuch auf das Engagement der katholischen Kirche besonders durch die Caritas und das Hilfswerk Renovabis verweisen. 

Bei der Unterredung mit Scholz ging es demnach auch um weitere aktuelle politische Fragen. Dazu gehörten arbeits- und sozialrechtliche Themen, die Debatte um den Schutz des Lebens vom Anfang bis zum Ende und die Situation für Kirche und Gesellschaft in der Corona-Pandemie. Bätzing habe Scholz auch über den aktuellen Stand der kirchlichen Aufarbeitung im Bereich sexuellen Missbrauchs und das Reformprojekt des Synodalen Weges informiert.

Bischof Georg Bätzing - zur Person

Georg Bätzing wurde am 13. April 1961 in Kirchen (Sieg) geboren. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität Trier und der Universität Freiburg.

1987 wurde er in Trier zum Priester geweiht. Von 1996 bis 2010 war er als Leiter des Priesterseminars für die Priesterausbildung im Bistum Trier verantwortlich. Bereits 2007 übernahm er die Leitung der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier. Ab November 2012 war Bätzing Generalvikar des Bistums Trier.

Bischof Georg Bätzing / © Bert Bostelmann (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Bert Bostelmann ( KNA )

"Kirchen stehen bereit"

Zuvor hatte sich Bätzing mit Faeser ebenfalls über die Versorgung der Flüchtlinge ausgetauscht. Der Bischof würdigte demnach das Engagement der Bundesregierung besonders bei der humanitären Hilfe und dankte für die unbürokratische Organisation bei der Aufnahme der Flüchtlinge. "Auch die Kirchen mit ihren professionellen Strukturen und mit ihrer großen Zahl ehrenamtlich Engagierter stehen bereit, diese Herausforderung anzunehmen", versicherte Bätzing. Dies hätten die zurückliegenden Wochen bereits eindrücklich gezeigt.

Faeser dankte der Kirche für die Linderung der Not auch in der Ukraine und den angrenzenden Staaten. "Vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen flüchten vor den brutalen russischen Angriffen", beklagte die SPD-Politikerin. Engagierte Kirchengemeinden überall im Land und karitative Einrichtungen leisteten Herausragendes, um Geflüchteten schnell zu helfen, sie aufzunehmen und zu versorgen. "Ich bin allen Gemeinden, Organisationen und Helferinnen und Helfern sehr dankbar für diese große Menschlichkeit und Solidarität", sagte Faeser. Bund, Länder, Kommunen, Zivilgesellschaft, Hilfsorganisationen und Kirchen wirkten hervorragend zusammen, um diese große humanitäre Aufgabe gemeinsam zu bewältigen.

Vereinbarung zu Seelsorge in Bundespolizei

Laut Bischofskonferenz unterzeichneten beide Seiten zugleich eine Zusatzvereinbarung über die katholische Seelsorge in der Bundespolizei. Sie soll sicherstellen, dass künftig auch Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten eingesetzt werden können. Derzeit sind 13 Seelsorger in diesem Bereich tätig. Faeser begrüßte die Ausweitung der Seelsorge. Sie habe in der Bundespolizei einen besonderen Stellenwert. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger leisteten einen unerlässlichen Beitrag zur Leistungs- und Einsatzfähigkeit der Bundespolizei, so die Ministerin.

Grundlage der Seelsorge in der Bundespolizei ist eine Vereinbarung von 1965. Bislang sah sie in der Seelsorge nur Priester vor.

 

Quelle:
KNA