Bätzing fordert österliche Waffenruhe in der Ukraine

"Gott schafft Gerechtigkeit"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat eine österliche Waffenruhe für die Ukraine gefordert. Er unterstütze den Vorschlag von Papst Franziskus, sagte der Limburger Bischof dem Evangelischen Pressedienst.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing / © Nicolas Armer (dpa)
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing / © Nicolas Armer ( dpa )

Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte Bätzing, er teile das Gefühl der Unsicherheit, das viele Menschen in diesen Zeiten hätten. "Viele Sicherheiten der vergangenen Jahre sind weg", sagte der 61-jährige Bischof. Gerade in dieser Situation schenke das Osterfest neue Impulse und Hoffnung.

"Der Tod und seine Kumpanen, die Kriegsverbrechen, das Leiden der Unschuldigen - das alles wird nicht das letzte Wort sein", betonte er. "Die Opfer der Geschichte bekommen Gerechtigkeit. Gott schafft diese Gerechtigkeit."

Nato-Länder planen mehr Waffenexporte für Ukraine

Die Nato-Staaten planen eine deutliche Ausweitung der militärischen Unterstützung für die Ukraine. Bei einem Außenministertreffen in Brüssel wurde am Donnerstag ein radikaler Kurswechsel in der Frage der Lieferung von schweren Waffen an das von Russland angegriffene Land deutlich. So bestätigten mehrere Teilnehmer im Hintergrund, dass das Nato-Land Tschechien bereits Kampfpanzer auf den Weg in die Ukraine gebracht hat.

Soldaten der 92. mechanisierten Iwan-Sirko-Brigade der ukrainischen Streitkräfte fahren während einer Militärübung auf einem Panzer / © Ukrinform (dpa)
Soldaten der 92. mechanisierten Iwan-Sirko-Brigade der ukrainischen Streitkräfte fahren während einer Militärübung auf einem Panzer / © Ukrinform ( dpa )

Christen sollen für Gerechtigkeit einstehen

Gewalt gehöre leider auch zum menschlichen Leben. "Wir können ganz Großes erschaffen und sind die schrecklichsten Lebewesen, die es geben kann, wenn wir anderen in dieser Weise ungerechte Gewalt zufügen", führte Bätzing aus.

Jesus sei genau gegen diese Gewalt eingestanden. Deswegen stünden Christen ein für Versöhnung, Vergebung, Gewaltlosigkeit. Sie träten für Gerechtigkeit ein.

Ungerechte Angriffe auch mit Waffen kontern 

Frieden zu suchen und zu unterstützen, sei die Aufgabe aller Christen, unterstrich Bätzing. Er sei dankbar, dass es Gruppen in der Kirche gibt, die nicht müde werden zu sagen, dass Waffen die Gewalt verschärfen.

Trotzdem ringe sich die Kirche zu der Position durch, wo ungerecht angegriffen werde, müsse man Unterstützung leisten - manchmal auch mit Waffen. "Das ist die Ultima Ratio, aber das ist zugleich unser Dilemma."

Autor/in:
Franziska Hein
Quelle:
epd