Bischof besorgt über Lage im Libanon

"Auswege aus der Krise kaum erkennbar"

Nach einem Besuch im Libanon zeigt sich der Mainzer Weihbischof Udo Bentz besorgt über die angespannte politische Lage im Land. Die Hauptsorge der Menschen vor Ort gelte der zugespitzten wirtschaftlichen Situation und Korruption.

Regierungskritische Demonstranten mit einer Fahne und einem Plakat mit der Aufschrift "No Trust" (Kein Vertrauen) im Libanon / © Marwan Naamani (dpa)
Regierungskritische Demonstranten mit einer Fahne und einem Plakat mit der Aufschrift "No Trust" (Kein Vertrauen) im Libanon / © Marwan Naamani ( dpa )

Das sagte Bentz am Wochenende in Bonn. Auswege aus der Krise seien derzeit kaum erkennbar. In der Deutschen Bischofskonferenz ist Bentz für Nahost-Themen zuständig.

Die Kirchen vor Ort seien sich der ernsten Lage bewusst, fügte der Mainzer Weihbischof hinzu. Ihre klare Haltung zeige den Christen, dass sie eine aktive Rolle in den Veränderungen des gesellschaftlichen Lebens übernehmen könnten. Der maronitische Erzbischof Paul Sayah erklärte laut Mitteilung der Bischofskonferenz, die Kirchen wollten sich gemeinsam für die gleichen Bürgerrechte aller Menschen in der Region einsetzen.

Zusammenarbeit der Kirchen im Nahen Osten

Anlass für den Besuch von Bentz im Libanon war der Austausch mit dem Middle East Council of Churches (MECC), einer Plattform für die Zusammenarbeit der Kirchen im Nahen Osten. Die geplanten Konferenzen in den kommenden Jahren sollen gemeinsam mit der Bischofskonferenz durchgeführt werden, "um die Entwicklungsperspektiven der Kirchen im Nahen Osten in einem sich wandelnden Umfeld und Möglichkeiten einer Unterstützung durch die Kirche in Deutschland auszuloten". Im MECC, dem ökumenischen Rat der Kirchen des Nahen und Mittleren Ostens, sind Kirchenvertreter aus 14 Ländern der Region zusammengeschlossen.

Quelle:
KNA
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