Australische Missbrauchskommission startet letzte Anhörung

Risikofaktoren herausfiltern

In Sydney hat die letzte Anhörung der staatlichen Missbrauchskommission zum Umgang von kirchlichen und weltlichen Institutionen mit Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs begonnen. "Es ist bemerkenswert, dass so viele Institutionen versagt haben".

Missbrauchsvorwürfe gegen die katholische Kirche / © N.N. (epd)
Missbrauchsvorwürfe gegen die katholische Kirche / © N.N. ( epd )

Das sagte der Kommissionsvorsitzende, Richter Peter McClellan, bei Beginn der Anhörung am Montag. Die Merkmale des Versagens ähnelten sich häufig, es gebe aber auch individuelle Besonderheiten.

Abschlussbericht im Dezember erwartet

Aus seiner Sicht hat die Kommission ihre Aufgabe erfüllt, Staat und Öffentlichkeit darüber zu informieren, warum so viele Einrichtungen den Kindesmissbrauch nicht verhindert haben. Sowohl die Regierung als auch die Institutionen sollten sich jetzt darauf konzentrieren, die Missbrauchsopfer zu entschädigen und Schutzmechanismen zu entwickeln, damit künftig kein Kind mehr sexuell missbraucht werde. Grundlage dafür soll ein Abschlussbericht sein, den die Kommission am 15. Dezember veröffentlichen will.

Laut McClellan hat die Kommission seit Beginn ihrer Arbeit im September 2013 in 57 Fallstudien an 400 öffentlichen Sitzungstagen 1.200 Zeugen gehört. In 6.500 nichtöffentlichen Sitzungen haben Betroffene vor der Kommission ausgesagt. Zusätzlich hatte die Kommission 44 wissenschaftliche Studien über unterschiedliche Aspekte des Umgangs mit Missbrauch in Auftrag gegeben.

Risikofaktoren herausfiltern

Im Zentrum der fünftägigen letzten Anhörung der Kommission steht abschließend die Frage nach den besonderen Risikofaktoren für sexuellen Missbrauch, das Ausmaß der Übergriffe und die heutigen Präventionsmaßnahmen. Dazu will die Kommission Ärzte, Psychologen, Fachleute für Kinderschutz, Forensiker und Strafrechtsexperten aus Australien, Neuseeland, Europa und den USA anhören.

Eingesetzt hatte die Kommission 2013 die australische Regierung. Neben der katholischen Kirche mussten die Anglikanische Kirche, andere christliche Konfessionen sowie andere Religionen vor der Kommission zu ihrem Umgang mit sexuellem Missbrauch Stellung nehmen.

Darüber hinaus befasste sich die Kommission auch mit dem Missbrauch in Sportverbänden, staatlichen Krankenhäusern, der australischen Armee und in der Unterhaltungsbranche.

Quelle:
KNA