Ausstellung über Köln im Dreißigjährigen Krieg

Fromm und geschäftstüchtig

Die Ausstellung "Köln in unheiligen Zeiten" im Kölnischen Stadtmuseum zeigt Köln von seiner unbekannten Seite.

Angriff der Schweden auf Deutz - Matthäus Merian, 1635 / © Kölnisches Stadtmuseum/Rheinisches Bildarchiv/rba_c012925
Angriff der Schweden auf Deutz - Matthäus Merian, 1635 / © Kölnisches Stadtmuseum/Rheinisches Bildarchiv/rba_c012925

Nur wenige wissen, dass die Freie Reichsstadt Köln während des Dreißigjährigen Kriegs als neutraler Handelspartner, Geldverleiher und Waffenlieferant für Protestanten wie Katholiken zu großem Reichtum kam. Als katholisches Bollwerk war es der Zufluchtsort für reiche kirchliche Würdenträger wie für viele Ordensgemeinschaften, die vor den Kriegsgräuel in Mitteleuropa Schutz suchten. Durch erfiindungsreiche Missionierung haben vor allem die Jesuiten das gemeine Volk auf die katholische Frömmigkeit eingeschworen. Als Medienhochburg mit Buch- und Zeitungsverlagen war es im ganzen Reich gut vernetzt. Doch es gab auch Verlierer in jener goldenen Zeit für Köln: Juden durften sich innerhalb der Stadtmauern nicht aufhalten, die evangelische Gemeinde lebte im Untergrund und die Hexenverfolgung war schlimmer denn je. Das Kölnische Stadtmuseum macht mit Spruchbändern auch deutlich, wie groß die Parallelen zwischen den Kriegsgräuel damals und heute sind.