In der Zentralafrikanischen Republik wird wieder gekämpft. Am Freitag waren in der Hauptstadt Bangui Schüsse zu hören, wie der französische Auslandssender RFI berichtete. Vorausgegangen waren zwei Tage mit schweren Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen, die eine Zeit relativer Ruhe beendeten.
Junge Christen hatten am Donnerstag eine Moschee angezündet. Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Anschlag erfolgte als Vergeltung für einen Überfall muslimischer Seleka-Rebellen auf eine katholische Kirche am Vortag, wie der britische Sender BBC meldete. Durch den Angriff mit Schusswaffen und Granaten waren rund 15 Menschen ums Leben gekommen.
"Friedenstruppen kamen zu spät"
Ein Priester der Kirche "Unsere Liebe Frau von Fatima", Jonas Bekas, sagte dem Sender, die Friedenstruppen seien zu spät gekommen, um das Blutbad zu verhindern. Er habe die französischen und afrikanischen Einheiten verständigt. Bei ihrem Eintreffen hätten die burundischen Soldaten aber nur noch "die Toten und Verwundeten einsammeln und in die Kirche bringen" können.
Ein Sprecher der muslimischen Gemeinschaft in Bangui verurteilte den Angriff auf die Kirche, betonte aber, örtliche Muslime seien dafür nicht verantwortlich. Tage zuvor hatten laut einem Korrespondenten der BBC christliche Milizen drei junge Muslime getötet und verstümmelt.
Vereinte Nationen warnen vor "ethnischer Säuberung"
Die Kämpfe zwischen christlichen und muslimischen Milizionären halten seit einem Putsch im März 2013 an. Mittlerweile wurde etwa ein Viertel der Bevölkerung vertrieben. Die meisten der Muslime, ursprünglich etwa 15 Prozent der Bevölkerung, sind bereits in die Nachbarländer geflohen. Die Hälfte der Bevölkerung, etwa 2,2 Millionen Menschen, sind von humanitärer Hilfe abhängig. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen warnten wiederholt vor ethnischen Säuberungen. Die Afrikanische Union und die EU sind mit rund 7.000 Soldaten im Land, aber weitgehend hilflos angesichts der Gewalt.