Der Jesuit und frühere Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Augsburg bekam die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung bei einer Feierstunde am Samstag in Köln. Der Preis ist nach dem deutschen Konzilstheologen und Kurienkardinal Augustin Bea (1881-1968) benannt.
In einem bei der Feierstunde verlesenen Grußwort lobte der Kölner Kardinal Joachim Meisner das enorme sozialwissenschaftliche Fachwissen Rauschers. Zugleich dankte er ihm dafür, dass er über Jahrzehnte die kirchliche Soziallehre als Glaubenswissenschaft betrieben habe.
Der CDU-Politiker Norbert Blüm bezeichnete Rauscher scherzhaft als "personifizierte Enzyklika". Der Name Anton Rauscher sei untrennbar mit der katholischen Soziallehre verbunden. Deren Grundsätze müssten gerade heute mit mehr Mut vertreten werden. Er hoffe, dass der Preisträger "in diesem Kampf noch lange mitmarschieren" werde.
Der Stiftungspräsident, der Trierer Sozialethiker Wolfgang Ockenfels, sagte, Rauscher habe sich seit über 50 Jahren in herausragender Weise um die katholische Soziallehre verdient gemacht. Er habe sich gegen einige Fehldeutungen des Zweiten Vatikanischen Konzils gewandt, indem er sich "kritisch mit einer links-politischen Theologie und mit marxistischen Tendenzen der Befreiungstheologie auseinandersetzte".
Das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils pflegen
Rauscher wurde am 8. August 1928 in München geboren. Er studierte in Rom Christliche Gesellschaftslehre und in Münster Wirtschaftswissenschaften. Von 1963 bis 2010 war er Direktor der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach. Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996 lehrte er an der Augsburger Universität Christliche Gesellschaftslehre.
Die von christlichen Sozialwissenschaftlern gegründete Internationale Stiftung Humanum will das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils pflegen. Diesem Ziel verpflichtete Personen und Institutionen würdigt der Augustin-Bea-Preis. 1989 erhielt der frühere Kurienkardinal Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., die Auszeichnung. Im vorigen Jahr ging sie an den Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz, den ehemaligen Sekretär von Papst Johannes Paul II.
Augustin-Bea-Preis für Anton Rauscher
Verdienste um katholische Soziallehre
Der langjährige Leiter der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach Anton Rauscher ist mit dem diesjährigen Augustin-Bea-Preis der Internationalen Stiftung Humanum ausgezeichnet worden. Damit würdigte die Stiftung Rauschers Verdienste um die katholische Soziallehre.
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