"Die Kopten weltweit nehmen diese Auszeichnung als Trost, Solidarität und Anerkennung für ihr friedliches Verhalten", sagte Damian bei der Preisübergabe im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. "Diese Auszeichnung ist sicherlich eine Ermahnung an alle Ägypter, miteinander in Frieden und im gegenseitigen Respekt zu leben und zu handeln."
Papst Shenouda III. erhält die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung für seine langjährigen und intensiven Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen in Ägypten. Zudem habe der 88-Jährige Geistliche die Öffnung der koptischen Kirche für die weltweite Ökumene initiiert, hieß es in der Begründung.
In seiner Laudatio forderte der ehemalige Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, die ägyptische Militärführung auf, sich klar zu den Rechten der Kopten zu bekennen. "Auf dem Weg Ägyptens - wie in der Situation um das östliche Mittelmeer und im Nahen Osten insgesamt - wird die Religionsfreiheit zu einem Schlüsselthema", betonte Huber. "Wir können nicht still bleiben, wenn die Christen in der Ursprungsregion des christlichen Glaubens immer stärker an den Rand gedrängt werden und an manchen Orten schon jetzt nur noch eine verschwindende Minderheit bilden."
Der Augsburger Friedenspreis wird seit 1985 alle drei Jahre verliehen, 2011 zum zehnten Mal. Bisherige Preisträger waren unter anderen Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow.
Augsburger Friedenspreis an Kopten-Papst verliehen
In Abwesenheit
In Abwesenheit des geehrten Papst Shenouda III. von Alexandrien, dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, ist am Samstagabend der Augsburger Friedenspreis verliehen worden. Anstelle von Papst Shenouda III., der seine Teilnahme wegen der jüngsten Anschläge auf Christen in Ägypten absagte, nahm der Vorsitzende der Koptischen Kirche in Deutschland, Bischof Anba Damian, den Preis entgegen.
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