Bischof Kohlgraf hofft auf rechtskräftige Atomwaffen-Ächtung 2020

Aufforderung an die Bundesregierung Verbotsvertrag zu unterzeichnen

Anlässlich des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren mahnt der Mainzer Bischof Kohlgraf, den Atomwaffenverbotsvertrag 2020 zu unterzeichnen. Deutschland halte immer noch an der Abschreckung durch Atomwaffen fest.

Archivbild: Die im Mai 1965 gezündete zweite chinesische Atombombe, abfotografiert (dpa)
Archivbild: Die im Mai 1965 gezündete zweite chinesische Atombombe, abfotografiert / ( dpa )

Der Mainzer Bischof und Präsident von Pax Christi Deutschland, Peter Kohlgraf, hofft auf eine internationale, rechtskräftige Ächtung von Atomwaffen noch in diesem Jahr. Er hoffe, dass 2020 die Zahl von 50 Staaten erreicht werde, die den Atomwaffenverbotsvertrag der UN ratifizieren, damit ein Verbot und die Ächtung von Atomwaffen "als Internationales Recht in Kraft treten", erklärte der katholische Bischof am Dienstag in Mainz. Kohlgraf äußerte sich in einer Stellungnahme anlässlich der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren.

Verbotsvertrag unterzeichnen

An die Bundesregierung ergehe "die Aufforderung", den Verbotsvertrag zu unterzeichnen, so Kohlgraf. Der Atomwaffenverbotsvertrag verpflichtet zum Verzicht auf Herstellung, Besitz, Stationierung und Einsatz von Atomwaffen. Am 7. Juli 2017 hatten von den 193 UN-Staaten 122 Staaten für die Verabschiedung des Vertrags gestimmt. Bis Ende Juli 2020 hatten laut der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) 82 Staaten den Verbotsvertrag unterzeichnet, von ihnen hätten zudem 40 Staaten das Abkommen ratifiziert. 50 Staaten müssen den Vertrag unterzeichnet und ratifiziert haben, bevor er rechtlich in Kraft treten kann.

"Friedenslogik der Zukunft"

"Die Drohung mit der Vernichtung des Lebens durch Atomwaffen kann kein Synonym für Frieden sein", betonte Kohlgraf. Der Verzicht auf die Abschreckungslogik der Atomwaffen gehöre zu einer "Friedenslogik der Zukunft".

De facto würden die deutsche Bundesregierung und das Nato-Bündnis aber weiter auf Abschreckung setzen. Sie hielten "an der Überzeugung fest, durch die Drohung mit den Massenvernichtungswaffen den Frieden erhalten zu können". Deutschland sei "in die nukleare Teilhabe eingebunden, die die Mitarbeit am Einsatz von Atombomben durch die deutsche Bundeswehr" bedeute. Dem stelle sich Pax Christi als Friedensbewegung entgegen. Kohlgraf verwies darauf, dass eine "Erneuerung der in Deutschland stationierten US-Atomwaffen und die Anschaffung neuer Kampfjets für den Abwurf dieser Atombomben" geplant sei.


Bischof Kohlgraf (DR)
Bischof Kohlgraf / ( DR )
Quelle:
KNA