Appelle zu nachhaltigem Konsum am "Black Friday"

Auf Kosten von Mensch und Natur?

Zum alljährlichen "Black Friday" rufen Politik und kirchliche Vertreter zu einem nachhaltigen Konsum auf. Sie fordern dazu auf ganzheitlich zu denken und rücken die Kehrseite des Konsums in den Mittelpunkt.

Werbung für den Rabatt-Tag "Black Friday" / © Bodo Marks (dpa)
Werbung für den Rabatt-Tag "Black Friday" / © Bodo Marks ( dpa )

"Bei Black Friday heute denkt an Friday for future! Was brauche ich wirklich, was ist nur Konsum?", sagte der Weltkiche-Bischof und Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Freitag auf Facebook.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betonte. "Auch am Black Friday gilt: Immer nur mehr und billiger - das geht auf Kosten von Mensch und Natur." Für viele Verbraucher werde Nachhaltigkeit immer wichtiger. Höhere Preise seien aber eine Hemmschwelle. "Deswegen müssen wir noch deutlicher machen, dass fair und nachhaltig nicht teurer sein muss", so Müller.

75 Millionen Kinder arbeiten weltweit

Der Minister verwies erneut auf die Pläne für ein Lieferkettengesetz, das seit Monaten in der Planung ist. "Weltweit arbeiten 75 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen in Textilfabriken, Steinbrüchen oder auf Tee- und Kaffeeplantagen - auch für unsere Produkte. Das können und wollen wir ändern mit einem Lieferkettengesetz", so Müller. Mittlerweile forderten dies auch 75 Prozent der Deutschen, der Bundesverband der Verbraucherzentralen sowie fast 100 renommierte deutsche Unternehmen, fügte der Minister hinzu.

Auch das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor mahnte auf Twitter: "Ohne wirksames #Lieferkettengesetz ist der #BlackFriday kein Tag zum Feiern!" Zudem verwies Miseroer auf den Hashtag "BLACKFRIDAYschickSALE".

"Green Friday" statt "Black Friday"

Die Katholische Landjugendbewegung in Bayern hatte bereits im Vorfeld die Rabattschlachten rund um den "Black Friday" kritisiert. Statt gedankenlosen Konsums sei mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz gefragt, hieß es in einem Aufruf zusammen mit der Evangelischen Landjugend und der Bayerischen Jungbauernschaft zur Aktion "Green Friday" für nachhaltiges Handeln.

Online-Shops versprächen eine Vielzahl an Schnäppchen, auch bei Lebensmitteln, heißt es in der Mitteilung weiter. "Dieser Konsumwahnsinn und die damit verbundenen Schleuderpreise sind unanständig!", so die Verbände. Sie bäten deshalb Verbraucher, solchen Offerten die kalte Schulter zu zeigen und stattdessen zu regionalen sowie nachhaltigen Erzeugnissen zu greifen, so Georg Rabl, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Landjugend im Bayerischen Bauernverband.

Der "Black Friday", auf Deutsch "Schwarzer Freitag", ist eine US-amerikanische Erfindung und traditionell der Brückentag nach Thanksgiving, an dem der Einzelhandel durch Rabatte versucht, den Konsum anzutreiben.

Quelle:
KNA
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