Arbeitsgemeinschaft präsentiert Daten zu Wohnungslosigkeit

"Tendenzen negativ"

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe veröffentlicht an diesem Montag aktuelle Daten über wohnungslose Menschen in Deutschland für das Jahr 2021. Im Vorfeld sieht die Arbeitsgemeinschaft keine Verbesserung der Situation.

Ein Wohnungsloser auf der Straße / © Nancy Mcnally/CNS photo (KNA)
Ein Wohnungsloser auf der Straße / © Nancy Mcnally/CNS photo ( KNA )

Susanne Hahmann, Vorsitzende der BAG W, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), der neue Bericht lasse "leider keinerlei Anzeichen für eine Verbesserung der allgemeinen Situation erkennen. Vielmehr geht aus den Ergebnissen hervor, dass sich Tendenzen negativ verstetigen".

Zwei umfassende Datensammlungen 

Anders als in den Vorjahren, als in den jährlichen Berichten einzelne Personengruppen unter den Wohnungslosen oder von Wohnungsverlust bedrohten Menschen näher betrachtet wurden, stellt der aktuelle Bericht zwei umfassende Datensammlungen gegenüber: die eigene Statistik aus dem Dokumentationssystem zur Wohnungslosigkeit (DzW) mit einer Vielzahl von erhobenen Parametern und die erstmals offiziell ermittelten, aber kompakter gehaltenen Daten des Statistischen Bundesamtes, die im Juli 2022 publiziert wurden.

Der Bericht sei daher mehr als das Resultat der Klientinnendatenerhebung in den sozialen Einrichtungen und Diensten der Hilfen in Wohnungsnotfällen für das Jahr 2021, sagte Autorin Srah Lotties. Das DzW liefere seit 30 Jahren eine fundierte Datenbasis zur Beschreibung der Lebenslagen wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen sowie für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Hilfen.

"Dringender Handlungsbedarf in Politik und Verwaltung"

Daten von 209 Einrichtungen und Diensten wurden dafür ausgewertet. Gegenübergestellt, oft in Tabellen, wurden die Angaben des Statistischen Bundesamtes. Der Blick auf beide Datensätze ergebe sich ergänzende, aber auch abweichende Resultate.

Werena Rosenke, die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft, sagte, der aktuelle Bericht verdeutliche "den dringenden Handlungsbedarf, den wir in Politik und Verwaltung erkennen." Laut der BAG W-Vorsitzenden Hahmann bleibt zu wenig bezahlbarer Wohnraum weiterhin das größte Problem, auch für die Hilfsangebote, die die Klientinnen und Klienten nicht in Wohnraum vermitteln können. Jetzt müsse dringend gehandelt werden, "damit nicht noch mehr Menschen in prekäre Lebenslagen geraten, aus denen sie mitunter nur schwer wieder rausfinden können."

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W), gegründet 1954, ist eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft der sozialen Dienste und Einrichtungen für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten nach § 67-69 Sozialhilfe Sozialgesetzbuch XII  (SGB XII) und der politischen, fachlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen, die mit und in diesem Hilfefeld arbeiten.

Wohnungslose Frau mit Handschuh / © Harald Oppitz (KNA)
Wohnungslose Frau mit Handschuh / © Harald Oppitz ( KNA )

 

 

Quelle:
epd