Antisemitismusbeauftragter: Schulen in der Pflicht

"Niemand komme als Antisemit zur Welt"

Antisemitismus bekämpfen, fängt für den Beauftragten für jüdisches Leben der Bundesregierung, Felix Klein, in der Schule an. Es brauche Aufklärung und eine Diskussionskultur, die Religionsfragen nachgehe.

Kinder demonstrieren gegen Antisemitismus / © Markus Nowak (KNA)
Kinder demonstrieren gegen Antisemitismus / © Markus Nowak ( KNA )

Bei Fällen von Antisemitismus an Schulen sieht der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, Felix Klein, in erster Linie die Schulleitungen in der Pflicht. Ihre Aufgabe müsse es sein, das Problem "in die Diskussionskultur" einzubringen, sagte er am Mittwoch im Interview von "tagesschau 24" in Hamburg. Lehrer müssten in die Lage versetzt werden, Antisemitismus zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren.

Klein sprach sich auch für mehr Begegnungen zwischen den Religionen aus. Auch brauche es Aufklärung über das Judentum an sich sowie darüber, "in welch positiver Weise auch Juden zur Geschichte und zur Stärke Deutschland beigetragen haben".

Zeugnisvergabe an Sozialverhalten koppeln

Niemand komme als Antisemit zur Welt, betonte Klein. Daher müsse der Frage nachgegangen werden, wie es zu solchen Einstellungen bei Kindern komme. Wenn es nachhaltige Zweifel an der demokratischen Haltung von Schülern gebe, müsse zudem darüber nachgedacht werden, die Zeugnisvergabe an das Sozialverhalten von Schülern zu koppeln.

Die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern wollen sich am Montag erstmals treffen und über das weitere Vorgehen im Kampf gegen Judenfeindlichkeit sprechen. Der Bundesbeauftragte Klein hat seine Kollegen aus den Ländern dazu nach Berlin eingeladen.

Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung: Felix Klein / © Rene Bertrand (dpa)
Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung: Felix Klein / © Rene Bertrand ( dpa )
Quelle:
KNA
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