Zum Welttag der Armen

"Altersarmut hat viele Gesichter"

In Deutschland ist etwa jeder sechste ältere Mensch von Armut bedroht. In keiner anderen Altersgruppe sei das Armutsrisiko seit 2005 so stark gestiegen wie bei den über 65-Jährigen, erklärten der Deutsche Caritasverband und der Malteser Hilfsdienst.

Altersarmut / © Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Altersarmut / © Karl-Josef Hildenbrand ( dpa )

Es gelte, den Blick auf ältere Menschen zu richten, die finanzielle Armut in Isolation und Ausgrenzung treibe.

"Altersarmut hat viele Gesichter", so die Leiterin des Sozialen Ehrenamts der Malteser, Sabrina Odijk. Viele Senioren hätten kaum Sozialkontakte. Zu dieser sozialen Armut komme vielfach materielle Armut hinzu. "Diese Menschen sind durch Corona doppelt betroffen und leiden an Körper und Seele", sagte Odijk.

"Eine Bereicherung für alle Generationen"

Altersarmut als eine "wachsende Realität tut weh", erklärte Caritas-Präsident Peter Neher; "ältere Menschen sind eine Bereicherung für alle Generationen". Wenn das Einkommen nicht reicht, bleibe Senioren aber die Teilhabe verwehrt. Sie könnten sich so nicht genügend "mit dem in die Gesellschaft einbringen, was sie einzubringen hätten". Oft gehe Altersarmut mit gesundheitlichen Einschränkungen, mit Isolation und Ausgrenzung einher, so Neher.

Mit Hilfsangeboten vor Ort und politischem Engagement gegen Altersarmut, etwa für die Grundrente, sei es noch nicht getan, so die Hilfsorganisationen. Um Altersarmut zu bekämpfen, müsse die Gesetzliche Rentenversicherung hin zu einer Erwerbstätigenversicherung für jene Beschäftigten gestärkt werden, die bislang in keine obligatorische Altersvorsorge einbezogen sind.

Quelle:
KNA